08.09.2006 21:35 |

BAWAG-Affäre

Elsners Villa und Penthouse weg?

Für Ex-BAWAG-Chef Elsner wird es schön langsam eng, noch bevor sein Prozess überhaupt begonnen hat: Die Staatsanwaltschaft hat seine Villa in Frankreich beschlagnahmen lassen, um bei einer Verurteilung Zugriff auf dieses Vermögen zu haben. Beim Wiener Penthouse sind die Elsners mit ihrem Rekursantrag abgeblitzt.

Die BAWAG hat eine einstweilige Verfügung erwirkt, die jegliche Eintragung ins Grundbuch untersagt (dort ist die Bank Eigentümer). Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Kauf des Penthouses (Wert 3,5 Millionen Euro) rückgängig gemacht werden kann. Die Chancen dafür stehen gut, da das Gericht in Wien vor kurzem einen Antrag der Elsners gegen diese einstweilige Verfügung abgewiesen hat.

Dem Strafprozess gegen den Ex-Banker wird sich die BAWAG in einem Zivilverfahren anschließen, in dem sie Schadenersatz fordert. Die Höhe hänge "vom Verlauf des Prozesses" ab, heißt es. Die Elsner-Villa an der Cote d'Azur - Wert über drei Millionen Euro - könnte laut Staatsanwalt Krakow versteigert werden, um Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen. Der Rest von Elsners Vermögen ist in Stiftungen geparkt, auf die der Zugriff nicht einfach ist.

Geheime Polizei-Informationen für Elsner?
Derzeit wird untersucht, ob die Wirtschaftspolizei im Jahr 2001 (unter dem suspendierten Polizei-General Horngacher) im Gegenzug für "Reisegutscheine" geheime Informationen über Geschäftspartner an die BAWAG (damals unter Elsner) weitergegeben hat.

BAWAG-Angebote liegen jetzt am Tisch
Am Freitagabend langten bei Morgan Stanley in Frankfurt per Fax die letzten unverbindlichen Kaufofferte für die BAWAG ein. Diese werden jetzt in den nächsten Wochen auf ihre "Seriosität" geprüft.

VON MANFRED SCHUMI

Mittwoch, 16. Juni 2021
Wetter Symbol