Do, 13. Dezember 2018

Wirbel um Graffiti

02.08.2016 10:08

"Fast nackte" Clinton mit schwarzem Niqab übermalt

Nach der Aufregung um ein Wandbild in einem Vorort der australischen Metropole Melbourne, das US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im Monokini zeigte, hat ein Gericht entschieden, dass das Bild entfernt werden muss. Der Street-Art-Künstler Lushsux übermalte daraufhin sein Werk: Clinton ist nun nicht mehr zu erkennen, denn sie trägt einen muslimischen Niqab. Unter dem Bild ist zu lesen: "Wenn diese muslimische Frau dich beleidigt, dann bist du ein bigotter Rassist, sexistisch und islamophob."

Das Gericht in Maribyrnong hatte entschieden, dass Lushsux das Wandbild entfernen müsse und ihn zudem zu einem Bußgeld von 100 Australischen Dollar verurteilt. Auch dem Besitzer des Lokals, auf dessen Hauswand sich das Bild befand, droht eine Strafe.

Politiker: "Respektlos und anstößig"
Anrainer und Politiker hatten sich von der überlebensgroßen Hillary Clinton im US-Monokini gestört gefühlt. Das Bild sei "respektlos" gegenüber der Demokratin, vor allem aber sei es "anstößig, weil es eine fast nackte Frau zeigt", sagte der Vorsitzende des Gemeinderats, Stephen Wall.

Künstler: "Nun eine schöne, muslimische Frau"
Lushsux reagierte auf den Wirbel mit einer radikalen Veränderung des Clinton-Porträts: Er übermalte sie mit einem schwarzen Niqab, dem Vollschleier strenggläubiger Musliminnen. Auf Twitter schrieb er dazu: "Jetzt ist es nicht mehr eine anstößige und halbnackte Hillary Clinton, sondern eine schöne, muslimische Frau."

Trump-Graffiti "beleidigte niemanden"
Auch Clintons Konkurrent Donald Trump war von Lushsux porträtiert worden - besser gesagt Trumps Ehefrau Melania, mit Donald-Trump-Konterfeis auf ihren Brüsten. Dies hatte allerdings "überraschender Weise niemanden beleidigt", kommentierte der Künstler mit zynischem Unterton auf Twitter.

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