07.09.2006 18:53 |

Eher milde Strafe

"Saliera"-Dieb zu vier Jahren Haft verurteilt

Zu vier Jahren unbedingter Haft ist am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht Robert Mang verurteilt worden, der am 11. Mai 2003 mit dem Diebstahl der wertvollen Saliera aus dem Kunsthistorischen Museum für Schlagzeilen gesorgt hatte. "Es war nicht schwierig", erzählte der 50-Jährige. "Da hätte jeder von uns raufgehen können", beschrieb er wie er über ein Baugerüst einsteigen konnte.

Der Schuldspruch wegen schweren Einbruchsdiebstahls und versuchter Nötigung ist nicht rechtskräftig. Während sich Mangs Verteidiger Bedenkzeit erbat, meldete Staatsanwältin Waidecker unverzüglich Rechtsmittel an. Damit steht fest, dass sich ein Berufungssenat des Wiener Oberlandesgerichtes mit dem Fall auseinander setzen muss, wo sich die Strafe erhöhen könnte.

Keine finanziellen Absichten
Das Gerüst, das er zunächst "probeweise" empor geklettert war, ehe er aus seinem Fahrzeug das Einbruchswerkzeug holte, sei beleuchtet und mit Treppen versehen gewesen, berichtete Mang: "Wenn Sie 30 Jahre auf Gerüsten verbringen, gehen's dort oben herum, als würden Sie spazieren."

Mang hatte sich bereits in der 70er-Jahren als Spezialist für Alarmanlagen selbstständig gemacht. Die Geschäfte gingen gut, so dass finanzielle Motive für den Kunstdiebstahl nicht Ausschlag gebend gewesen sein dürften:"Es war rein das Reinkommen und denen was Wegnehmen!"

"Saliera war reiner Zufall"
Er sei durch jenes Fenster eingestiegen, "das am nächsten beim Fluchtfahrzeug gewesen ist", so der Angeklagte. Direkt dahinter war die Saliera platziert. "Wenn dort etwas anderes gestanden wäre, hätte ich das genommen. Die Saliera war reiner Zufall", bemerkte Mang.

Kunstgegenstand unter Bett verstaut
Daheim verstaute er die Saliera in einem Samsonite-Koffer und platzierte diesen unter seinem Bett, wo sie die nächsten zwei Jahre blieb. Auf die Idee, Lösegeld zu verlangen, hätten ihn erst Medienberichte gebracht, legte der Angeklagte dar. 

Donnerstag, 17. Juni 2021
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