16.07.2016 19:40 |

SPÖ-Sinneswandel

Löst sich das Stau-Problem von selbst?

"Wer keine Visionen hat, braucht einen Arzt" stellte unlängst Bundeskanzler Christian Kern fest. Visionen zur Behebung des Stau-Problems präsentierte daher am Freitag SP-Klubobmann Bernhard Auinger: Für ihn ist die Idee einer Stadtregionalbahn nämlich längst überholt, die Zukunft sind selbstfahrende Autos und Busse.

Wenn es um das Thema Stau in Salzburg geht, gibt es viele Visionen: Der eine will zusätzliche Busspuren einführen, um den Öffi-Verkehr attraktiver zu machen. Andere wiederum glauben, dass das Erschließen von Radwegen die Lösung sei und ganz besonders Tollkühne wollen ein Tunnelsystem unter der Mozartstadt graben. Keine Frage, die Geduld der Autofahrer wird derzeit auf eine harte Probe gestellt: Staus ohne Ende vermiesen im Stadtgebiet den Feierabend. Einen neuen Lösungsansatz bringt jetzt SP-Klubobmann Bernhard Auinger ins Spiel: Er ist überzeugt davon, dass sich das Problem in "drei bis fünf Jahren" sowieso von selbst erledigen werde. Seine Zukunftsvision für Salzburgs Verkehr fährt nicht milliardenschwer unter der Erde, sondern unbemannt auf den Straßen! Auinger ist der festen Überzeugung, dass wir kurz vor einer enormen Revolution im Verkehrswesen stehen - in Form von selbst fahrenden Autos. "Ich weiß, das klingt jetzt alles erst Mal nach Raumschiff Enterprise, aber es kommt viel schneller als wir es glauben", versichert Auinger, der sich intensiver mit der Materie beschäftigt hat - auch beruflich, durch seine Tätigkeit bei Porsche. "Deswegen müssen wir uns jetzt die Frag stellen, ob es wirklich vernünftig ist, eine Milliarde in eine Stadtregionalbahn zu investieren, wenn diese Technologie in zehn Jahren sowieso überholt ist." Sinnvoller wäre es, wenn man aus dem Umland schnellere Verbindungen in die Stadt ermöglicht.

Verkehrstage befassen sich mit dem Thema
Im Rahmen der Salzburger Verkehrstage wird im Oktober auch der erste autonom fahrende Bus vorgestellt. Wenn sich dieses Konzept durchsetzt, werden O-Busse samt Oberleitungen bald überflüssig. Experten gehen außerdem davon aus, dass in naher Zukunft auch Taxis ohne Lenker durch die Städte kurven werden. Technologisch sei man dazu derzeit schon in der Lage, weiß Auinger. Offen sind aber noch rechtliche Fragen, besonders die Haftung betreffend. "Es gibt auch eine Studie, die besagt, dass das autonome Fahren in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin die Zahl der Autos, die im Verkehr feststecken, auf ein Siebtel reduzieren wird", so Auinger.

Busse fahren vielleicht bald ohne Lenker
Knackpunkt: das Thema Beschäftigung. Denn die neue Technologie wird Chauffeure wohl langfristig arbeitslos machen. Deswegen löst das Thema auch bei vielen Menschen Ängste aus, weiß Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ): "Es fallen aber keine Arbeitsplätze weg, es entstehen ja laufend neue, besonders im sozialen Bereich: Krankenhäuser, Wohnheime, Kindergärten, Schulen", zählt sie einige Beispiel auf.

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