Todesfalle Model S

Erster tödlicher Unfall mit Tesla-Autopilot

Elektronik
01.07.2016 06:48

In den USA ist erstmals ein Mensch ums Leben gekommen, während er mit einem Tesla im sogenannten Autopilot-Modus unterwegs war. Nun prüft die US-Verkehrsaufsicht NHTSA die automatisierten Fahrsysteme des Elektroauto-Herstellers. Es war ein "Model S", wie aus Dokumenten der Behörde hervorgeht.

Nach Angaben von Tesla "übersah" der Autopilot ebenso wie der Fahrer einen Sattelzug, der den Highway querte, auf dem der Tesla dahinrauschte. Der Trucker war dabei, links abzubiegen. Die Elektrolimousine fuhr unter den Auflieger und krachte mit der Windschutzscheibe dagegen. Laut einem Bericht der "Detroit News" wurde dabei das Dach des Elektroautos abgerissen, der Fahrer, ein 40-jähriger Ex-Elitesoldat, starb noch an der Unfallstelle. Als Ursache für die Fehlfunktion nennt Tesla die "extrem seltenen Umstände" eines Sattelzugs quer auf dem Highway, dessen "weiße Seitenwand sich nicht vom hellen Himmel abhob".

Das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk zeigte sich in einem am Donnerstag veröffentlichten Eintrag im Firmen-Blog bestürzt und sprach den Angehörigen des Unfallopfers tiefes Beileid aus.

Tesla betonte aber, dass es sich bei dem Autopilot-System um eine neue Technologie in der Beta-Phase handle, die in der Grundeinstellung ausgeschaltet sei. Fahrer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten.

Das Unternehmen weist in dem Twitter-Eintrag darauf hin, dass es sich um den ersten tödlichen Autounfall in 210 Millionen Kilometern mit aktiviertem Autopilot handelt, während sich sonst in den USA durchschnittlich alle 151 Millionen Kilometer ein tödlicher Unfall ereigne, weltweit alle 96 Millionen Kilometer.

Laut NHTSA betrifft die vorläufige Untersuchung etwa 25.000 Tesla "Model S" des Modelljahres 2015.

Auch andere Hersteller bieten bereits entsprechende Systeme an, wobei grundsätzlich gilt, dass der Fahrer die Verantwortung trägt und niemals die Hände vom Lenkrad nehmen darf. Tatsächlich sind diese Autopiloten noch immer äußerst fehleranfällig.

Vielfach werden die Fähigkeiten der Technik überschätzt. Im Internet kursieren zahlreiche Videos, die Fahrer bei waghalsigem Verhalten mit aktiviertem "Autopilot" zeigen. Tesla sah sich daher bereits im Jänner gezwungen, die Software zu modifizieren. Ob das Unternehmen auch auf den Unfall mit technischen Maßnahmen reagiert, ist noch unklar. Das Unfallopfer selbst scheint zumindest nicht zu den unvernünftigen Tesla-Fahrern zu zählen. Im Internet hat der 40-Jährige Videos hochgeladen, die die Grenzen der Technik zeigen, etwa bei Nachtfahrten und auf kurvigen Strecken. Die Filme sollten nicht zuletzt andere Autofahrer warnen.

Aus dem Video-Archiv: Autopilot navigiert Tesla in Fast-Crash

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