Do, 18. Oktober 2018

Dürfen die das?

29.06.2016 12:06

4 Pakete retourniert: Amazon droht mit Kontosperre

Weil er eine "außergewöhnlich hohe Anzahl der bestellten Artikel" wieder zurückgeschickt hat, hat ein deutscher Amazon-Kunde Post vom Online-Händler bekommen. Darin wird er aufgefordert, sein Verhalten zu begründen und weniger Artikel zurückzusenden. Andernfalls werde sein Amazon-Konto gesperrt. Jetzt stellen sich viele Amazon-Kunden die Frage: Dürfen die das?

Wie das IT-Portal "Golem" berichtet, war der betroffene Kunde einigermaßen erstaunt über Amazon. Von 19 Bestellungen im Wert von 1100 Euro hatte er lediglich vier zurückgeschickt. In den Jahren davor hatte er sich ähnlich verhalten. 2014 bestellte er 15 Mal für insgesamt 600 Euro und schickte nichts zurück, 2015 bestellte er 19 Mal für insgesamt 600 Euro und sandte viermal Waren zurück.

Amazon droht mit Kontoschließung
Obwohl dem Kunden dieses Verhalten nicht ungewöhnlich erschien, bekam er kürzlich eine Mail von Amazon. Darin fragte der Online-Händler nach den Gründen für die hohe Rücksendequote und äußert die Befürchtung, der Kunde sei nicht zufrieden. Der Kunde antwortete ausführlich, die Antwort wurde jedoch ignoriert.

Stattdessen bekam er wenig später per E-Mail die Drohung: Bleibe das "derzeitige Retourenverhalten so außergewöhnlich wie bisher", behalte sich Amazon das Recht vor, sein Konto zu sperren. Was genau sein Rücksendeverhalten so außergewöhnlich macht, verriet Amazon dem Betroffenen nicht. Sollte es zur Schließung kommen, werde er per Mail darüber informiert.

Kontoschließungen gab es schon früher
Amazon hat sich zu dem Fall nicht geäußert, es ist aber nicht das erste Mal, dass Kunden sich über Kontensperrungen wegen angeblich zu hohem Rücksendevolumen beschweren. Erst vor einigen Wochen hatte ein anderer Amazon.de-Kunde geklagt, sein Konto sei gesperrt worden, weil er eine größere Menge Kinderbekleidung zurückgeschickt hat.

Rechtlich ist diese Praxis umstritten. Im Bericht zitiert das Portal den IT-Anwalt Christian Solmecke, der erklärt, dass Betreiber von Online-Shops sich ihre Kunden aussuchen dürfen. Wie jedes andere Unternehmen auch dürfe auch Amazon selbst entscheiden, mit wem es Geschäfte mache. Andererseits seien Kontensperrungen wegen zu vieler Rückgaben problematisch, schließlich wäre das eine Aushöhlung des gesetzlichen Widerrufsrechts.

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