26.08.2006 15:42 |

Täuschend echt

Bombenattrappe stoppt deutschen Intercity

Nach dem Fund einer Bombenattrappe in einem Intercity-Zug in der deutschen Stadt Aschaffenburg dauern die polizeilichen Ermittlungen an. Ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes bestätigte in der Nacht zum Samstag, dass es sich bei dem verdächtigen Gegenstand tatsächlich um eine Attrappe handelte, die jemand mit voller Absicht im Zug deponiert habe.

"Das kann kein Zufall sein", so der LKA-Sprecher. Techniker des Landeskriminalamtes werden am Wochenende die Attrappe, bestehend aus einer mit Flüssigkeit gefüllten Flasche und einer täuschend echt aussehenden Zündvorrichtung, untersuchen und Spuren auswerten. "Mit ersten Ergebnissen rechnen wir in den nächsten Tagen", sagte der Sprecher. Noch lägen keine Erkenntnisse über mögliche Täter vor, hieß es weiter. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen.

Am Freitagabend hatte eine Reinigungskraft eine Tasche mit der Attrappe in der Toilette des Intercity-Zuges IC 328 "Alpenland" von Mittenwald nach Dortmund gefunden. Die Polizei stoppte den mit etwa 450 Fahrgästen besetzten Zug. Wie die Beamten und die Bahn berichteten, mussten die Reisenden den IC im Hauptbahnhof von Aschaffenburg verlassen, mehrere Gleise wurden gesperrt. Sprengstoff-Spezialisten konnten nach etwa zwei Stunden Entwarnung geben. In der Nacht zum Samstag lief der Bahnverkehr nach Angaben der Polizei wieder störungsfrei.

Der deutsche Innenminister Schäuble sieht die Terrorgefahr in Deutschland nicht gebannt. "Wir würden einen Fehler machen, wenn wir uns jetzt zurücklehnen würden", sagte der CDU-Politiker deutschen Medien. Er wolle vor allem das Internet stärker durchforsten lassen, da es immer mehr zum "Lehrbuch" für Terroristen werde. "Die Fahnder müssen deshalb zumindest mitlesen", sagte er.