75 Prozent Kürzung

Sparstift bei Pflege-Ausbildung

„Seit 2003 wird in der Ausbildung von Pflegepersonal jedes Jahr mehr gespart“, kritisiert die SP die Politik des Landes-Gewerberessorts, das auch die Implacementstiftungen für Gesundheitsberufe fördert. Gleichzeitig zu wenige Pfleger-Posten.

4800 Euro betragen nach Angaben des Sozialressorts, das SP-Landesrat Josef Ackerl leitet, die Vollkosten für eine Ausbildung als Altenpfleger. Bis 2003 deckte die Landesförderung 3600 Euro ab - der Betrag, mit dem die damals geltende „100-prozentige Förderung“ gedeckelt war.

2004 wurde der Förderanteil auf 75 Prozent gekürzt, aber die Deckelung blieb noch aufrecht. 2005 wurde auch sie herabgesetzt. Nun gab es maximal nur noch 2200 Euro. Zuletzt, im heurigen Beschäftigungspakt, wurde auch die Zahl der Ausbildungsplätze, die das Gewerberessort fördert, auf nur 50 limitiert.

455 Personen in Pflege-Ausbildung
Zusammen mit den Mitteln aus anderen Landes- und Regierungsprogrammen beginnen heuer dennoch insgesamt 455 Personen eine Pflege-Ausbildung - zu wenig laut Bedarfsplan, der bis 2010 „im Vollausbau“ 3200 Altenfachbetreuer vorsieht.

Aber der „Vollausbau“ ist Illusion: Nur die Hälfte der ausgebildeten Pfleger findet bei den Sozialhilfeverbänden, die sie anstellen müssten, auch tatsächlich einen Posten. „Die Verbände haben dafür nicht die ausreichenden Mittel“, spricht Ackerl einmal mehr das Grundproblem an. Seine Ressortbeamten berechnen den jährlichen Ausbildungsbedarf daher mit 266 Pflegern, die auch tatsächlich zum Einsatz kommen.

 

Symbolfoto: Tom Leitner 

Sonntag, 16. Mai 2021
Wetter Symbol