23.08.2006 18:17 |

Ex-Freundin bedroht

Österreichs erster Stalking-Prozess vertagt

Der österreichweit erste Stalking-Prozess hat am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht stattgefunden. Ein 42-Jähriger aus Uganda soll seine ehemalige Tiroler Lebensgefährtin über einen längeren Zeitraum "beharrlich verfolgt" haben. Ihm droht bis zu einem Jahr Haft. Die Verhandlung wurde auf September vertagt. Erst seit 1. Juli ist es möglich, gegen so genannte Stalker gerichtlich vorzugehen.

Der wegen Gefährdung körperlicher Sicherheit bereits vorbestrafte Beschuldigte - ein arbeitsloser Kfz-Mechaniker - soll laut Strafantrag die Lebensführung seiner Ex-Freundin in den ersten beiden Juli-Wochen diesen Jahres in Kössen (Bezirk Kitzbühel) "unzumutbar beeinträchtigt" haben. Dem geschiedenen Vater von vier Kindern wird vorgeworfen, die räumliche Nähe zu der 35-jährigen Angestellten gesucht zu haben, insbesondere indem er mehrfach in deren Wohnung eingedrungen, auf den Balkon geklettert und sie an ihrer Arbeitsstelle aufgesucht haben soll.

Insgesamt vier Jahre sollen Thomas B. und die Tirolerin laut Staatsanwältin Andrea Klammer ein Paar gewesen sein und zwei Jahre davon zusammen in der Wohnung der Unterländerin gelebt haben. Im vergangenen Oktober hatte die Frau die Beziehung beendet. Das habe der Ugander nicht akzeptiert, und seit diesem Zeitpunkt habe er seiner früheren Partnerin nachgestellt.

Der 42-Jährige - er muss sich auch wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung, Sachbeschädigung, Diebstahls, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel, Urkundenunterdrückung und dauernder Sachentziehung verantworten - bekannte sich vor Einzelrichterin Ingrid Brandstätter nur teilweise schuldig. Er bestritt, seiner Ex-Freundin im Streit an den Armen verletzt, sie mit dem Umbringen bedroht, Fensterscheiben in deren Wohnung eingeschlagen und ihr verschiedene Sachen gestohlen zu haben.

Montag, 17. Mai 2021
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