23.08.2006 18:16 |

Film mit Folgen

Tansania erklärt Hubert Sauper zum Staatsfeind

"Darwins Nightmare", der Oscar nominierte Streifen des Kärntner Regisseurs Hubert Sauper sorgt im afrikanischen Tansania für heftige Aufregung! Der Mölltaler wurde jetzt sogar zum Staatsfeind ernannt, weil der Film schuld an den kräftigen Einbrüchen im Fischhandel sei. Einheimische, die am Film mitgewirkt hatten, wurden eingesperrt und auf Sauper ein Killer-Kommando angesetzt.

Die Betroffenen, die sich in ihrem eigenen Land nicht mehr sicher fühlen, haben kürzlich den mehrfach ausgezeichneten Regisseur um Hilfe ersucht. Richard Mgamba, ein Journalist der am Filmprojekt mitgearbeitet hatte, drohte die Abschiebung nach Kenia. Einige andere veloren ihre Arbeit oder wurden einfach in Gefängnisse gesteckt.

Mgamba war es auch, der Sauper davor gewarnt hatte, nach Tansania zu reisen, denn die Regierung möchte den Kärntner am liebsten tot sehen. Doch Angst und Sorge um sein Leben hat Sauper keine: "Ich werde eben nicht mehr nach Tansania fahren. Denn dort kennt jeder, der lesen kann, meinen Namen als Landesverräter."  In einem 30-minütigen TV-Interview hatte der Präsident von Tansania den Streifen heftigst kritisiert und verboten.

Sauper will jetzt Druck auf die Regierenden ausüben: "Es kann nicht sein, dass die Boten jetzt für die Botschaft bestraft werden. Das sind ja Sitten wie im Mittelalter."

Saupers Doku "Darwins Alptraum" erzählt von russischen Flugzeugen, die den Victoria-Barsch exportieren und Waffen importieren.

Von Hannes Wallner

Montag, 14. Juni 2021
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