Justiz in Kritik

Anklägerin soll Amt missbraucht haben

Fünf Mordermittler wollen nicht allein dafür zahlen, dass der unschuldige Gmundner Peter Heidegger (32) für acht Jahre Haft mit 950.000 Euro entschädigt werden musste: Die Polizei-Gewerkschaft will nun den Salzburger Sicherheitsdirektor und die Staatsanwältin wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs anzeigen.

Obwohl alles längst verjährt ist. Denn auch das Strafverfahren gegen die Kriminalbeamten, die vor 13 Jahren eine falsche Spur verfolgt und 39 entlastende Beweismittel unterdrückt haben sollen, ist bereits wegen Verjährung eingestellt.

Trotzdem klagt nun der Staat seine Mitarbeiter auf Schadensatz, was die Personalvertreter empört: „Den Letzten beißen die Hunde“, meint Gewerkschafts-Vorsitzender Franz Ellmauthaler, dass Salzburgs Sicherheitsdirektor Anton Stenitzer und Heideggers Anklägerin Barbara Feichtinger am Justizirrtum mitverantwortlich wären. Salzburgs Landespolizeikommandant Ernst Kröll legt noch nach: „Die Fachaufsicht war immer über alle Schritte informiert.“ „Falsch“, sagen alle Beschuldigten: Ihnen sei nicht jedes Beweis- und Entlastungsmaterial vorgelegt worden, das zur Beurteilung notwendig gewesen wäre.

Weil der rote Kommandant der fünf Ermittler nicht angezeigt wird, vermutet man in Salzburg eine Polizei-Polit-Intrige: Dass der schwarze Sicherheitsdirektor der roten Landeshauptfrau abgeschossen werden soll.

 

 

 

Foto: Joachim Maislinger

Freitag, 26. Februar 2021
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