Do, 13. Dezember 2018

Dreist abgekupfert:

02.06.2016 10:25

Kims Nordkorea baut sich sein eigenes Facebook

Kim Jong Uns stalinistisches Nordkorea ist nicht nur international isoliert, sondern übt auch strikte Zensur aus. Websites wie Facebook können die wenigen Nordkoreaner, die sich einen Internetanschluss leisten können, nicht aufrufen. Stattdessen will das Regime sie mit lokalen Angeboten bei Laune halten. Wie sich nun zeigt, arbeitet Nordkorea dafür sogar an einem Facebook-Klon. Er ist offenbar durch eine Panne kurzzeitig im Internet aufgetaucht.

Entdeckt hat das nordkoreanische soziale Netzwerk StarCon.net.kp der IT-Forscher Doug Madory von Dyn Research. Im Gespräch mit der britischen TV-Anstalt BBC erklärt er, man wisse zwar nichts über die Urheber der Website, der Name lasse aber darauf schließen, dass Nordkoreas staatlicher Mobilfunker Star Telecom dahinter stecken könnte.

Ein Screenshot zeigt, wie dreist man bei Facebook abgekupfert hat:

Die Website bietet offenbar bereits zahlreiche Features, die man auch von Facebook kennt. Nutzer können Profile anlegen und Nachrichten versenden, werden mittels Newsfeed über die Beiträge anderer Nutzer informiert und können noch ein paar andere Social-Media-Features nutzen. Viele Funktionen der Website seien aber noch nicht fertig, stattdessen habe er Platzhaltertext gesehen, berichtet Madory.

Website verschwand nach kurzer Zeit wieder
Die Website war nur kurz aufrufbar. Nachdem sie auf Twitter die Runde machte, dauerte es nicht lange, bis sie wieder aus dem Internet verschwand. "Ich glaube, sie sollte von außerhalb Nordkoreas eigentlich gar nicht zugänglich sein", sagt Madory.

Möglich, dass sie durch eine Panne online ging und die Macher von StarCon.net.kp die Notbremse zogen, als erste "Klassenfeinde" aus dem Westen Profile anlegten, Diktator Kim Jong Un durch den Kakao zogen und sich mit Nordkoreanern unterhalten wollten. Immerhin 300 Konten sollen in der kurzen Zeit, in der die Website erreichbar war, von Ausländern erstellt worden sein.

Nordkorea: Nicht so rückständig, wie man glaubt
Die bloße Existenz des nordkoreanischen sozialen Netzwerks zeigt indes, dass das Reich des Kim Jong Un technologisch nicht so rückständig ist, wie man das im Ausland gemeinhin glaubt. Smartphones, Computer und das Internet sind zwar einer kleinen privilegierten Schicht vorbehalten, die sich solche Dinge leisten kann, aber auch in Nordkorea verfügbar.

In der Vergangenheit ist zudem durchgesickert, dass Nordkorea sogar sein eigenes Linux-Betriebssystem entwickelt hat: das im Apple-Look gehaltene Red Star OS.

Kürzlich wurde sogar bekannt, dass Kim eine Truppe von Elite-Hackern beschäftigen soll. Es wird spekuliert, dass sie es waren, die wegen eines Kim-Satirestreifens beim Filmstudio Sony Pictures eingestiegen sind und nun im Verdacht stehen, die nordkoreanische Staatskasse mit einer Cyberattacke auf die Zentralbank Bangladeschs aufgefüllt zu haben.

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