100er-Diskussion

Enns-Linz-Pendler verlieren eine Woche

59 Prozent der Autofahrer sind gegen Tempo 100, aber auch 58 Prozent gegen den 160-Test: Die Mehrheit ist also offenbar für das gewohnte 130-km/h-Limit auf unseren Autobahnen, die ohnehin nur Hunderter- Durchschnittsgeschwindigkeiten erlauben. Wo jedoch 100 die Regel ist, wird der Schnitt auf 87 reduziert. Somit verlieren Enns-Linz-Pendler statt fünf fast zehn Minuten täglich, eine ganze Arbeitswoche jährlich.

Kein Wunder, dass die grün-schwarze Bremsverordnung eine überparteiliche Protestwelle ausgelöst hat, auf der nun der rote Verkehrsreferent Erich Haider dahinsurft. Er wirft dem grünen Umwelt-Landesrat Rudi Anschober vor, den Maut- und Steuerzahlern viel Zeit zu stehlen, ohne damit die Luft wesentlich zu verbessern: „Tempo 100 wird die Grenzwertüberschreitungen in der Messstation direkt am Fahrbahnrand lediglich von 170 auf 160 Prozent reduzieren“, wettert Haider: Anschober müsste demnach in letzter Konsequenz die Westautobahn total sperren, um das erlaubte Limit der Stickstoffmonoxid- und Stickstoffdioxid-Werte zu erreichen.

85 Prozent der Schadstoffe stammen vom Lkw-Verkehr, den Tempo 100 aber gar nicht trifft: Die Brummis dürften eigentlich ohnehin nur 80 km/h tagsüber und 60 nachts fahren, sind aber in Wahrheit rund um die Uhr mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 85 Sachen unterwegs.

 

 

Foto: Uta Rojsek-Wiedergut

Freitag, 07. Mai 2021
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