20.08.2006 14:34 |

ORF-Debatte

¿Sommergespräch¿ doch gleichzeitig mit Fußball

Das ORF-„Sommergespräch“ mit BZÖ-Chef Westenthaler wird nun doch nicht auf Montag vorverglegt, sondern findet wie geplant Dienstagabend parallel zur Champions League statt. Die amtierende ORF-Chefin Lindner hat sich damit in einem Machtkampf gegen den neugewählten ORF-Generaldirektor Wrabetz und Programmdirektor Draxler vorerst durchgesetzt. Das BZÖ schäumt über die Entscheidung.

Unter Stiftungsräten der so genannten Regenbogenkoalition wird bereits die Einberufung einer Sondersitzung des obersten Aufsichtsgremiums überlegt. „Was sich da abspielt, ist ein Putsch der abgewählten Frau Lindner im Auftrag der ÖVP“, so Westenthaler am Sonntag.

Er kündigte an, am Montag in einer Pressekonferenz alle Vorgänge vor der Wahl des ORF-Generaldirektors zu veröffentlichen sowie „alle Hintergründe über den Krieg der letzten 48 Stunden im ORF“.

Wrabetz hatte auf Wunsch Westenthalers Programmdirektor Gerhard Draxler am Freitag angewiesen, wegen der Champions League-Übertragungen am Dienstag einen anderen Programmplatz für das „Sommergespräch“ vorzusehen.

Zugleich gab es von ORF-Chefin Lindner eine schriftliche Weisung - die erste ihrer Amtszeit und auch die erste seit der Novelle des Rundfunkgesetzes von 2001, mit der der ORF -Chef das direkte Weisungs- und Durchgriffsrecht erhalten hat. Draxler gab am Samstag dennoch die Vorverlegung des „Sommergesprächs“ via Aussendung bekannt.

Samstagabend kam es zu einem mehrstündigen Krisengespräch zwischen Lindner, Wrabetz und Draxler, das zunächst ergebnislos endete. Sonntagvormittag um 11.00 Uhr machte Draxler schließlich auf Grund der Gesetzeslage - Lindner hat bis zur Amtsübergabe am 31. Dezember die letzte Verfügungsgewalt - einen Rückzieher.

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