Schlepper-Prozess

Politiker geriet unter Verdacht

In den Dunstkreis eines Schlepper-Prozesses sind der VP-Landtagsabgeordnete Otto Gumpinger und der Verein „Eine Welt - oberösterreichische Landlerhilfe“ geraten. Die Angeklagte (29) war als Vertrauensperson der Landlerhilfe in Moldawien aktiv. Auch gegen den VP-Politiker hat es eine Anzeige gegeben, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Linz.

Vordergründig ging es im Prozess um die Moldawierin, die beschuldigt wird, 18 Landsleute nach Österreich und Italien geschleppt und dafür bis zu 3200 € pro Person kassiert zu haben. Schon im Strafantrag kommt die „Landlerhilfe“ vor, da diese die für das Visum nötigen Einladungen ausgestellt habe. Und, so die Angeklagte, dafür 450 Euro kassiert haben soll.

Die Frau bringt dann auch Otto Gumpinger, ins Spiel. „2004 habe ich Herrn Gumpinger kennen gelernt. Er hat mir dabei angeboten, im Rahmen eines humanitären Projektes Leute nach Österreich einzuladen.“

Angeblich 250 € Schweigegeld pro Fahrt
Für den Strafantrag relevant sind zwei Reisegruppen im heurigen Jahr. Als sie bemerkt habe, dass ihre Mitreisenden nicht in die Heimat zurückkehren, habe ihr die Organisatorin in Moldawien, so die Angeklagte, 150 Euro pro Person gezahlt. Damit sie schweigt. Bei der zweiten Reise waren es 250 Euro.

Gumpinger fühlt sich von der Vertrauensperson hintergangen. Beim ersten Verdacht habe man die Behörden eingeschaltet. Aber auch gegen den Politiker gab es eine Anzeige, die derzeit ruht. Da Gumpinger als Abgeordneter immun ist, handelt es sich aber um einen Fall für den Immunitätsausschuss des Landes. Die Moldawierin wurde zu 15 Monaten Haft, davon drei unbedingt, (nicht rechtskräftig) verurteilt.

 

 

Foto: Werner Pöchinger

Montag, 21. Juni 2021
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