25.05.2016 10:48 |

Echtzeit-Thriller

George Clooney ist das "Money Monster"

Jodie Foster war 13 Jahre alt, als sie für Martin Scorseses "Taxi Driver" 1976 das erste Mal nach Cannes kam. Der Film gewann die Goldene Palme, Foster wurde berühmt. 40 Jahre später gastierte die US-Amerikanerin wieder bei den Filmfestspielen - jedoch als Regisseurin: Mit ihren Hauptarstellern Julia Roberts und George Clooney stellte sie dort den Finanzthriller "Money Monster" (Kinostart: 26. Mai) vor.

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Lee Gates (Clooney) hat es als Moderator der schrillen Finanzshow "Money Monster" zur TV-Berühmtheit gebracht. Seine Anlegertipps sind heiß begehrt, bringen ihn aber eines Tages in eine brenzlige Situation: Wenige Tage, nachdem der Kurs einer von ihm als todsicher angepriesenen High-Tech-Aktie abstürzt, steht der wütende Investor Kyle Budwell (Jack O'Connell) mit gezogener Waffe und Bombengürtel im Aufnahmestudio. Der 24-jährige Paketbote hat wegen Lees Tipp das gesamte Erbe seiner Mutter verloren - und nimmt nun vor laufenden Kameras Lee, dessen Produzentin Patty (Roberts) und die Technik-Crew als Geiseln.

Die Situation lässt die Betroffenen um ihr Leben fürchten, weckt aber zugleich ihr sonst vernachlässigtes, journalistisches Gespür: Verzweifelt versuchen Patty (die mit ihrem Moderator per Knopf im Ohr kommuniziert) und Lee die Wahrheit hinter dem mysteriösen Kurssturz herauszufinden, der Anleger über Nacht um 800 Millionen US-Dollar gebracht hat. Doch der als Tech-Visionär gefeierte CEO Walt Camby (Dominic West) ist unauffindbar - und die Zeit läuft...

"Money Monster" ist Fosters viertes und bisher ambitioniertestes Regiewerk (nach u.a. "The Beaver", der 2013 in Cannes Premiere hatte) - mit Hollywoodstars besetzt und von einem Majorstudio produziert. Die Dimension merkt man dem Streifen an, wenn sich die Szenerie vom intensiven Kammerspiel im Studio hinaus auf die Wall Street bis hin zur ikonischen Federall Hall verlegt, wo Tausende Statisten dem vermeintlichen Helden zujubeln, der Pistole und Bomben-Auslöser trägt, sich aber zumindest als einziger gegen die übermächtige Finanz stellt.

"Ich bin zwar der Typ mit der Waffe, aber ich bin nicht der wahre Kriminelle hier", sagt Kyle an einer Stelle, und: "Ihr müsst endlich aufwachen." Die Botschaft von "Money Monster" ist klar, und erinnert an Adam McKays Oscar-nominierte Wall-Street-Komödie "The Big Short" aus dem Vorjahr: Beide Filme spiegeln den Zorn auf die Big Player in der Finanzwelt wider, die beim Jonglieren mit Unsummen jeglichen Sinn für Realität und Moral verloren zu haben scheinen, vor Gericht aber nicht belangt werden (können).

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