Risiko akzeptiert

Chaos, Pech - und ein bisserl Angst vorm Terror

Die Terror-Gefahr in Großbritannien lässt die meisten Oberösterreicher kalt: Nur zwei Frauen von 186 Passagieren der Ryanair Richtung London wollten am Montag in Hörsching den Flug stornieren. Pech hatte eine Mühlviertler Familie, die sechs Tage in der britischen Metropole verbrachte: Weil alle Flüge abgesagt wurden, ging es erst mit drei Tagen Verspätung heim.

Lokalaugenschein am Flughafen Hörsching: Die Studentin Diana Kaiser (23) aus Vöcklabruck fährt für die Kinderfreunde Salzburg mit 31 Schülern aus ganz Österreich nach England, Ziel ist Cudham in der Grafschaft Kent: „Nur drei Kinder von insgesamt 34 haben abgesagt. Ich mach mir auch keine Sorgen, weil es so viele die Sicherheitsmassnahmen gibt. Aber den Ausflug nach London haben wir abgesagt - mit Bus und Bahn ist es uns dort doch zu gefährlich.“

Angst im Hinterkopf
Ein bisserl Angst steckt im Hinterkopf, doch der Glaube, dass schon alles passen wird, überwiegt - das bestätigt auch Sonja Manzinger (47) vom Flughafenreisebüro „FairTravel“: „Ich hatte mit Anfragen gerechnet. Aber kein einziger Kunde wollte stornieren.“

Flughafensprecher Ingo Hagedorn kennt diese stoische Grundhaltung: „Terrorismus gehört heutzutage gewissermaßen schon zum normalen Lebensrisiko.“ Tatsächlich wollten nur zwei Linzerinnen beim Flug FR-1904 nach London nicht einsteigen, doch Umbuchen ist beim Billigflieger Ryanair eine eigene Kunst.

Pech hatte der Servicemanager Franz Haslinger (47) aus Unterweitersdorf, der mit seinen Töchtern Elisabeth (15) und Katharina (14) sechs Tage in London verbringen wollte. Weil am Freitag der Heimflug abgesagt wurde, mussten sie drei Tage anhängen - und kräftig draufzahlen…

 

Foto: Horst Einöder

Freitag, 07. Mai 2021
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