02.05.2016 16:23 |

Beweise fehlen

Sind wir allein im Universum?

Unsere Galaxie ist nur eine von unendlich vielen in diesem Universum. Seit zwei Jahrzehnten werden Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Ihre Zahl ist bereits auf über 2000 angewachsen, dennoch konnte bisher keine zweite Erde nachgewiesen werden. Ist die Hypothese von der einsamen Erde doch wahr?

Die Entdeckung des ersten Planeten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist, rückte die Frage nach der Existenz von Leben außerhalb der Erde ins Zentrum der wissenschaftlichen Forschung. Dabei lässt die Vielfalt der Planetensysteme unser Sonnensystem als Ausnahme erscheinen. "Müssen wir erst ähnliche Systeme finden, um eine zweite Erde zu entdecken?", fragt sich Dr. Elke Pilat-Lohinger vom Institut für Astrophysik der Universität Wien und zeigt in ihren Studien, dass die sogenannten Gasplaneten eine wichtige Rolle spielen.

Neue Erkenntnisse durch Simulationen
Mit numerischen Simulationen untersucht sie die Bahnen von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Die Stabilität und die Form der Bahn geben Auskunft, ob ein System es wert ist, hinsichtlich der Existenz von Leben weiter untersucht zu werden. Langzeitstabilität ist eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben, das zeigt uns die Evolution der Erde, die vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

Bei den Berechnungen sind die zwischen den Himmelskörpern wirkenden Kräfte von Bedeutung, aber auch das Ursprungsmodell entscheidet, wie sich ein "junges System" entwickelt. Wir wissen nämlich, dass Planeten nicht dort "geboren" wurden, wo man sie heute entdeckt. Die gegenseitige Beeinflussung von Sternen, Planeten und Planetoiden kann bewirken, dass Planeten wandern, wodurch zunächst Chaos entsteht.

Noch keine Beweise für Existenz einer zweiten Erde
Noch haben wir keine zweite Erde entdeckt. Bei 100 Milliarden Sternen in unserer Galaxie (die nur eine von unendlich vielen im Universum ist) sollte es aber rein statistisch möglich sein, andere "bewohnbare" Planeten zu finden. Zukünftige große Teleskope und Weltraummissionen werden uns dabei helfen. Bis dahin erforscht Dr. Pilat-Lohingerin Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland die astrophysikalischen Bedingungen für bewohnbare Planeten und wird dabei vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) seit 15 Jahren unterstützt.

Zur Person:
Elke Pilat-Lohinger stammt aus Oberösterreich und studierte an der Universität Wien. Während ihrer Dissertation absolvierte sie ein Auslandssemester am Observatorium in Nizza in Frankreich, wo sie auch nach Abschluss ihres Studiums als Post-Doc im Rahmen eines FWF Schrödinger Stipendiums arbeitete. Aus familiären Gründen kehrte sie nach Österreich zurück und begann 2002 mit einer Hertha-Firnberg-Stelle an der Universität Wien ihre Forschung über Planetensysteme. Mit anschließenden FWF Einzelprojekten und der seit 2012 erfolgreichen Leitung des Projekts über "Habitabilität in Doppelsternsystemen" im Rahmen des FWF Nationalen Forschungsnetz-werkes "Wege zur Habitabilität" konnte sie ihre Forschung an den Universitäten in Wien und Graz erfolgreich fortsetzen.

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