Mo, 20. August 2018

Kriegsdrama

19.04.2016 22:53

Taliban-Terror mit "Borgen"-Star: "A War"

"Es geht nicht darum, ob der Krieg in Afghanistan richtig oder falsch ist, sondern die Konsequenzen des Krieges für alle Beteiligten zu beleuchten. Es geht um Verständnis, nicht um Verurteilung." So beschreibt der dänische Regisseur und Drehbuchautor Tobias Lindholm seinen Film "A War" (Kinostart: 22. April). krone.at hat das Kriegsdrama, das heuer für den Auslands-Oscar nominiert war, jedoch leer ausging, schon vorab gesehen.

Kommandant Claus Pedersen (Pilou Asbaek) und seine dänische Einheit sind fern der Heimat in Afghanistan stationiert. Tod und Leid der dortigen Bevölkerung gehören zum Alltag der Soldaten, die auch Verluste in den eigenen Reihen hinnehmen müssen.

Als die Kompanie von Pedersen und dessen Stellvertreter Najib Bisma (Dar Salim) in einem Dorf ins Kreuzfeuer der Taliban gerät, fordert der Kommandant Luftunterstützung an, um das Leben seiner Männer zu retten.

Diese Entscheidung bleibt jedoch nicht folgenlos, denn der Luftangriff fordert mehrere zivile Opfer. Pedersen werden Kriegsverbrechen vorgeworfen, er muss sich in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Neben ihm müssen auch Ehefrau Maria (Tuva Novotny) und die drei kleinen Kinder unter dem zermürbenden Prozess leiden. Sein Anwalt Martin Olsen (Soren Malling) rät Pedersen dazu, vor Gericht zu lügen, um einer Haftstrafe zu entgehen. Wie wird sich der gefallene Held entscheiden?

Lindholm will "Kriegspräsenz reflektieren"
US-Filme über den Vietnamkrieg hätten ihn schon immer sehr interessiert, verrät Regisseur Lindholm, der mit seinen Hauptdarstellern Pilou Asbaek, Dar Salim und Soren Malling bereits im hochgelobten Film "Hijacking" sowie in der Politserie "Borgen" zusammenarbeitete. "Ich sehe diese Werke als eine Möglichkeit für die amerikanische Gesellschaft, ein kollektives Drama zu verarbeiten. Dieser Film ist mein Vorstoß, die Präsenz Dänemarks im Irak und in Afghanistan zu reflektieren", so Linholm. Es sei "höchste Zeit, dass wir darüber sprechen, wohin wir unsere Männer da im Namen der Demokratie geschickt haben".

Für die Dreharbeiten in der Türkei - dort inszenierte er die in Afghanistan spielenden Sequenzen - engagierte Lindholm lediglich drei professionelle Schauspieler: Asbaek, Salim und Dulfi Al-Jaburi als Soldat Lasse. Der Rest von Pedersens Einheit im Film wurde von echten Soldaten verkörpert, die selbst in Afghanistan im Einsatz waren.

Mit "A War" gelang Tobias Lindholm der vielleicht beste Kinofilm, der sich mit der seit 2001 andauernden westlichen Intervention in Afghanistan beschäftigt. Ruhig und ohne viel Schnickschnack erzählt der Däne eine fesselnde Geschichte, gepaart mit beeindruckenden Kamereinstellungen und überzeugenden Dialogen - und die Schauspielerriege stellt einmal mehr unter Beweis, dass "made in Denmark" für absolute Qualität steht. Fazit: "A War" ist ganz großes Kino.

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