13.04.2016 11:38 |

Über 700.000 km lang

Sonde filmt riesiges längliches Loch in Korona

Mithilfe der Sonde SDO haben Wissenschaftler ein riesiges längliches Loch in der äußeren Atmosphäre der Sonne, der sogenannten Korona, entdeckt. Es zieht sich von der Nordhalbkugel unseres Zentralgestirns bis weit über den Äquator und hat eine Länge von über 700.000 Kilometern. Man nimmt an, dass solche Löcher kühlere Bereiche sind und dass diese für den Sonnenwind mitverantwortlich sein dürften.

Aufgenommen hat das "Solar Dynamics Observatory" (SDO) das eindrucksvolle Video des gewaltigen länglichen koronalen Loches in der Sonnenkorona (das mit bloßem Auge nicht zu sehen ist, wohl aber in bestimmten Wellenbereichen) zwischen 23. und 25. März. Vor Kurzem hat die US-Raumfahrtbehörde NASA die Aufnahmen, die mit einem Instruments namens Atmospheric Imaging Assembly (AIA) an Bord von SDO gelungen sind, auf ihrer Website veröffentlicht.

Löcher sind Ursprung der Sonnenwinde
Koronale Löcher oder Spalten sind dunkle Regionen von geringer Dichte in der äußersten Sonnenatmosphäre, die erstmals Anfang der 1970er-Jahre beobachtet wurden. Weil sie wenig solare Materie enthalten und eine deutlich geringere Temperaturen haben, erscheinen sie viel dunkler als ihre Umgebungen. Weil die Sonne dort ihr Magnetfeld öffnet und die Löcher der Ursprung der sogenannten Sonnenwinde  sind, sind sie wichtig für das Verständnis des Weltraumwetters.

Auch wenn an der Oberfläche der Sonne Temperaturen von 5600 Grad Celsius herrschen, ist das kühl im Vergleich zu der darüber liegenden Korona, die Gas mit einer Temperatur von mehr als einer Million Grad beherbergt. Diese hohe Temperatur der Sonnenkorona gibt seit ihrer Entdeckung anno 1939 Rätsel auf, denn eigentlich müsste sie in etwa die Temperatur der Sonnenoberfläche haben.

Im Februar 2010 ins Weltall gestartet
Die Sonde SDO ist am 11. Februar 2010 an Bord einer "Atlas V"-Rakete vom Weltraumzentrum Cape Canaveral in Florida aus ins All gestartet. Seit dem 30. März 2010 beobachtet das beim Start 3,1 Tonnen schwere NASA-Observatorium die Sonne und funkt seit mittlerweile sechs Jahren Bilder und Messdaten zur Erde. Die Astronomen interessieren sich dabei vor allem für die Frage, wie das Magnetfeld unseres Zentralgestirns den Rest unseres Sonnensystems - und damit auch unsere Erde - beeinflusst.

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