Umwelt-Premiere

Erstmals Tempolimit 100 gegen Luftbelastungen

Was Oberösterreicher sonst nur von Urlaubsfahrten, etwa auf der Tauernautobahn, kennen, wird bald im eigenen Bundesland Realität: Verkehrsschilder, die Tempo 100 vorschreiben und mit dem Zusatz „Immissionsschutzgesetz Luft“ begründen. Auf der Westautobahn bei Linz geht´s los.

Besonders hohe Stickoxid-Belastungen und nicht so drastische, aber ebenfalls hohe Feinstaub-Werte bei der Luftmessstelle Enns-Kristein sind der Auslöser: Gemäß Immissionsschutzgesetz Luft, einem Bundesgesetz, wurde die Westautobahn zwischen Ansfelden-West und Enns zum Sanierungsgebiet erklärt  das bedeutet, dass dort die Luftbelastungen nachhaltig verringert werden müssen.

„Und da der Verkehr auf der Autobahn der Hauptverursacher der Probleme in diesem Raum ist, muss hier angesetzt werden“, sagt der zuständige Umwelt-Landesrat Rudi Anschober (Grüne): „Am meisten für die Luft bringt eine Reduzierung des Tempolimits für Autos von 130 auf 100 Stundenkilometer“, zitiert er seine Experten.

100er-Limit bis Niederöstereich verlängert
Konkret bedeutet das, dass das (aus Verkehrssicherheitsgründen) bereits bestehende 100er-Limit auf der A 1 bei Linz um acht Kilometer bis zur niederösterreichischen Landesgrenze verlängert wird: „Diese Maßnahme bedeutet einerseits eine längere Fahrzeit von 68 Sekunden, andererseits aber eine um 20 Prozent geringere Emission und damit eine spürbare Verbesserung der Luftqualität“, so Anschober. Zugleich kritisiert er aber den Bund, der die Länder bei der Umsetzung des Immissionsgesetzes alleine lässt und seit Jahren die notwendigen bundesweiten Maßnahmen nicht realisiert.

 

 

Foto: Markus Tschepp

Freitag, 18. Juni 2021
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