02.08.2006 16:04 |

Unsichtbar wie Harry

Traum von Tarnkappe bald Realität

Harry Potter hat eine, Ringträger Frodo auch und selbst Siegfried, der alte Drachentöter, besaß eine: Die Rede ist von einer Tarnkappe. So eine Unsichtbarkeits-Tarnkappe könnte neuesten Forschungen zufolge schon bald Realität werden.

Um ein Objekt unsichtbar zu machen, muss eine optische Illusion erzeugt werden, die suggeriert, dass dieses gar nicht vorhanden ist. "Man kann diesen Effekt dadurch erreichen, dass man Lichtwellen ablenkt und um das Objekt in einem umgebenden Tarnmaterial herumbeugt", erklärt Ulf Leonhardt, Professor für Theoretische Physik an der St. Andrews University in Schottland.

Derzeitige Techniken, die beispielsweise bei der Tarnung von militärischen Stealth-Flugzeugen zum Einsatz kommen, täuschen das Radar durch die besonders schwarze Materialoberfläche, die das Flugzeug im vom Radargerät ebenfalls schwarz angezeigten Himmel verschwinden lässt. Darüber hinaus sorgen die eckigen und kantigen Formen des Flugkörpers zusätzlich für die Reflektion von Radarstrahlen. Die Flugzeuge bleiben zu jeder Zeit sichtbar. Allein am Radarschirm kommt die Tarnung zum Tragen.

Durch das Umleiten von Lichtwellen mithilfe spezieller Materialien soll es in Zukunft erstmals möglich sein, Objekte nicht nur für das Radar sondern auch für das menschliche Auge unsichtbar zu machen. Leonhardt glaubt, dass das erste Szenario bereits in naher Zukunft Realität werden könnte, da militärische Einrichtungen ein großes Interesse an einer derartigen Technologie zeigen und die Umsetzung in technischer Greifweite liege.

Als Schlüssel zum Erfolg gelten sogenannte Metamaterialien, die mithilfe winziger Nanostrukturen in der Lage sind, die Geschwindigkeit des auftretenden Lichts zu beeinflussen. Da das Licht immer den Weg der kürzesten Zeit in Anspruch nimmt, sucht es sich folglich einen Weg um das Objekt herum. Das vom transparenten Tarnmaterial umgebene Objekt wird so unsichtbar. "Natürlich gibt es praktische und materialbedingte Grenzen", räumt Leonhardt ein. So muss das Tarnmaterial zumindest einige Zentimeter dick sein. Der Größe der zu versteckenden Objekte seien hingegen kaum Grenzen gesetzt. (pte)

Freitag, 25. Juni 2021
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