Soldaten am Golan

¿Wenn´s ruhig ist, hörst du Granaten einschlagen¿

„Eigentlich sind wir aus der Schusslinie. Aber in der Nacht, wenn es ruhig ist, hören wir Granaten und Bomben einschlagen“, sagen Günter Pollhammer und Thomas Lengauer, zwei von 47 Oberösterreichern, die als UN-Soldaten am Golan zwischen Syrien und Israel stehen. In ihrer Nachbarschaft tobt Krieg.

„Ich habe daheim einen siebenjährigen Sohn. Am Telefon hab ich ihm gesagt, dass alles in Ordnung ist“, sagt Günter Pollhammer (36) aus Mettmach im „Krone“-Gespräch. Der Pionier-Stabswachtmeister ist für den Fuhrpark am Golan verantwortlich, spürt den Krieg im Libanon zum Glück derzeit nur indirekt: „Wir haben Einschränkungen. Die israelische Seite des Golans ist für uns gesperrt und auch der Nordlibanon. Auch Damaskus dürfen wir zeitweise nicht besuchen“, sagt der Innviertler, der seit Juni das erste Mal im Auslandseinsatz ist.

Seit November 2005 auf der syrischen Seite
Sein Kamerad Thomas Lengauer (29) aus Grünbach bei Freistadt überwacht schon seit November des Vorjahres auf der syrischen Seite des Golans den Waffenstillstand mit Israel. „Wir bemerken schon, dass die Syrer mehr Militär aktiviert haben. Aber bedroht fühlen wir uns nicht direkt. Es ist eigentlich so wie vor dem Krieg, nur dass du jetzt eben die Bomben in der Ferne einschlagen hörst“, sagt der Gefreite, der im Notfall ganz vorne steht. Er ist bei der Mobilen Eingreiftruppe, sozusagen der Feuerwehr, falls es an der Grenze zu brennen beginnt.

Dass ein Kamerad aus der Steiermark, der im Libanon Dienst machte, durch einen Bombenangriff starb, geht den beiden Soldaten sehr nahe. Aber derzeit haben sie keine Angst, dass der Krieg sich weiter auf Syrien ausbreitet und sie selbst zwischen die Fronten geraten.

 

 

Foto: Bundesheer

Dienstag, 11. Mai 2021
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