Mo, 10. Dezember 2018

Trotz Bankenpakets:

31.03.2016 10:42

Niedrigstes Budgetdefizit seit dem EU-Beitritt

Das Budgetdefizit ist im Jahr 2015 auf 1,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes bzw. 3,9 Milliarden Euro gesunken. Ohne das Bankenpaket, das unterm Strich 2,2 Milliarden Euro gekostet hat, wäre das Defizit bei nur rund 0,5 Prozent gelegen, gab die Statistik Austria am Donnerstag bei der Präsentation der öffentlichen Finanzen 2015 bekannt. Das ist der niedrigste Wert seit dem EU-Beitritt Österreichs, erklärte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer. Was die privaten Finanzen betrifft, sparen die Österreicher immer weniger.

Mit den 1,2 Prozent lag das Defizit des Staates Österreich deutlich unter jenem des Jahres 2014 (2,7 Prozent) und sogar leicht unter den im Voranschlag des Finanzministeriums erwarteten 1,4 Prozent.

Mehr Einnahmen, geringere Ausgaben
Die Hauptgründe für die gute Entwicklung liegen laut Pesendorfer sowohl auf Einnahmen- als auch auf Ausgabenseite: Bei den Einnahmen seien einerseits die Effekte der sogenannten kalten Progression zu spüren, weiters habe es Vorzieh-Effekte aufgrund der Erhöhung bei der Kapitalertragssteuer gegeben. Gleichzeitig sei eine "sehr restriktive Ausgabenpolitik" zur Anwendung gekommen, sowie die Ausgaben für die Bankenpakete niedriger als zuvor gewesen.

Der Schuldenstand lag 2015 bei 86,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes, was gegenüber dem Jahr 2014 (84,3 Prozent) einen leichten Anstieg bedeutet. Ohne die Sondereffekte aus dem Bankenpaket wäre auch der Schuldenstand deutlich niedriger ausgefallen und wäre bei 77,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gelegen. In absoluten Zahlen betrug der gesamtstaatliche Schuldenstand 2015 damit 290,7 Milliarden Euro (nach 277,4 Mrd. Euro im Jahr 2014). Ohne Bankenpaket wäre diese Zahl um 29,4 Milliarden Euro niedriger ausgefallen.

Österreicher sparen immer weniger
Wie die Statistik Austria ebenfalls am Donnerstag mitteilte, sparen die Österreicher trotz der bundesweiten guten Entwicklung immer weniger. Die heimischen Haushalte haben 2015 nur noch 6,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens beiseitegelegt. Damit erreichte die Sparquote der privaten Haushalte einen neuen Tiefstand. Obwohl die realen Einkommen zurückgegangen sind, haben die Österreicher 2015 ihre Konsumausgaben erhöht.

Die Sparquote in Österreich war schon in den Vorjahren mit 7,8 Prozent (2014) bzw. 7,3 Prozent (2013) auf einem ein verhältnismäßig niedrigen Niveau gelegen. Vor 20 Jahren lag die Rate noch bei fast 15 Prozent, bis zur Finanzkrise waren es laufend über 10 Prozent. Trotzdem waren die Österreicher auch 2015 immer noch sparsamer als die Bürger des Euroraumes, die (2014) im Schnitt 6,0 Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante legten. In der gesamten EU lag die Sparquote 2014 sogar bei nur 3,8 Prozent.

Rückgang bei der Kaufkraft
Den Österreichern stand im Vorjahr auch weniger Kaufkraft zur Verfügung als 2014. Denn das verfügbare Einkommen ist zwar 2015 nominell um 0,4 Prozent gestiegen, nach Berücksichtigung der Inflation von einem Prozent entsprach das aber einem realen Rückgang. Die Konsumausgaben legten hingegen um 1,4 Prozent zu.

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