Böse Überraschung

2000 Oberösterreicher im Urlaubsfrust

Endlich Ferien - für viele Oberösterreicher wird der Traumurlaub aus dem Katalog zum Albtraum. Überbuchte Hotels, übervolle Strände und schlechtes Essen machen die schönste Zeit im Jahr zum Horror-Trip. Etwa 2000 Beschwerden gibt´s jährlich bei der oö. Arbeiterkammer. Und Hoffnung auf Schadenersatz!

„Grund für die Beschwerden ist vielfach mangelnde Information im Reisebüro oder die gänzlich fehlende Beratung bei Internet-Buchungen“, meint Ulrike Riener, die Regionalleiterin des Landesreisebüros OÖ. Der Urlaubsvermittler TUI setzt auf Rückmeldungen von Kunden und garantiert „Katalogwahrheit“. Sollte ein Reiseziel nicht den Angaben im Prospekt entsprechen, bekommen Urlauber vor Ort Schadensersatz in bar. Bei anderen Veranstaltern sind Schadensersatzforderungen erst nach dem Urlaub möglich. Wichtig ist es, alle Mängel vom Hotel oder Reiseführer schriftlich bestätigen zu lassen und Beweisfotos zu machen.

Liste nicht rechtlich bindend
Die „Frankfurter Liste“ legt genau fest, wie viel der genervte Gast im Schadensfall zurückbekommt. „Die Liste ist in Österreich zwar rechtlich nicht bindend, wird aber von den meisten Reisebüros als Richtlinie verwendet“, weiß Elena Schatz, Filialleiterin des Reisebüros Ruefa Reisen in Linz. Die EU-Fluggastverordnung legt fest, welchen Ersatz es bei Überbuchungen, Entfall oder Verspätung von Flügen gibt.

Die Frankfurter Liste gibt an, wie viel Urlauber bei relevanten Beschwerden vom Reisepreis zurückfordern können. Anderes Hotel als gebucht: 10 bis 25 Prozent; zu kleines Zimmer: 5 bis10 Prozent: Ausfall der Stromversorgung: 10 bis 20 Prozent; Lärm in der Nacht: 10 bis 40 Prozent; verdorbene Speisen: 20 bis 30 Prozent und ungenügender Wäschewechsel: 5 bis 10 Prozent.

 

 

Foto: Reinhard Hörmandinger

Sonntag, 16. Mai 2021
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