02.08.2006 13:26 |

Fässer mit Zyanid

Feuerwehr entsorgt Giftmüll in Wien

Nach dem Giftmüll-Fund in Wien-Simmering hat die Feuerwehr am Mittwoch im Auftrag der Stadt begonnen, die gefährlichen Abfälle zu entsorgen. Hunderte Fässer mit Chemikalien werden laut Gerald Kroneder, dem stellvertretenden Leiter der Umweltabteilung MA 22, in den nächsten Wochen abtransportiert. Mit der Entsorgung habe man städtische Entsorgungsunternehmen beauftragt.

Die Kosten für die Räumung schätzt Kroneder auf "einige 100.000 Euro". Für diese solle letztendlich der Liegenschaftseigentümer aufkommen, wie eine Sprecherin der Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima betonte. Es sei nicht einzusehen, dass hierfür der Steuerzahler herangezogen werde. Der Liegenschaftseigentümer sei von der Stadt Wien bereits mehrmals aufgefordert worden, die Anlage ordnungsgemäß aufzulassen und alle Abfälle zu entfernen.

Das Gelände werde nun doch geräumt, da seit kurzem jeder wisse, dass auf dem Firmengelände der in Konkurs befindlichen Firma teilweise gefährliche Giftstoffe gelagert seien, so die Sima-Sprecherin. Seit September 2005 sei das Gelände jedoch von der Umweltabteilung MA 22 permanent kontrolliert worden. Die Hallen seien bis vergangene Woche immer versperrt gewesen, meinte Kroneder. "Zu den gefährlichen Zyaniden konnte niemand kommen", erklärte er.

Die Umweltschutzabteilung Global 2000, die in der Vorwoche auf den Giftmüll-Fund aufmerksam gemacht hatte, begrüßte die Räumung des Betriebsgeländes. "Wir freuen uns darüber, dass die Gefährdung für Menschen abgewendet wird, indem das Giftzeug entfernt wird", so Global 2000-Chemiker Helmut Burtscher. Allerdings frage er sich, wie es dazu kommen konnte, dass auf dem Gelände in Simmering über Monate Giftmüll gelagert worden sei.

Sonntag, 16. Mai 2021
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