Katzenbabys auf einem Bauernhof - man sollte meinen, sie fänden Nahrung in Hülle und Fülle. Das soll in diesem Fall nicht so gewesen sein. Denn der Bauer ist besachwaltet. Also "kümmerte" sich die Nachbarin um die maunzenden Fellbündel und nahm sie vorläufig zu sich. Und saß jetzt deswegen vor Gericht in St. Pölten.
"Dauernde Sachentziehung" sagt die Staatsanwältin dazu. Was die Angeklagte Sonja R., ein zierliches Persönchen und erklärte Tierschützerin, empört: "Tiere sind vor dem Gesetz keine Sachen mehr!"
Tierschützerin: "Die Katzen leiden!"
Seit der Altbauer besachwaltet ist, leiden die Tiere - nicht nur Katzen - Not, sagt sie. Sie würden nicht gefüttert, sie würden nicht getränkt. Den Bauern mag sie, den Sachwalter nicht. "Ich habe die Katzen nicht mitgenommen, ich habe sie zur Tierärztin gebracht. Sie litten an Katzenschnupfen und mussten in Quarantäne. Ich habe sie gesund gepflegt." Zurückbringen wollte sie die Kätzchen, damit die Katzenmutter sie säugt - doch sie sei vom Sachwalter am Betreten des Hofes gehindert worden: "Er hat sogar die Tierarztkosten abgelehnt!"
Richterin erkannte gute Absichten
Der sieht es freilich anders: "Ich muss ja dem Gericht Ausgaben für den Besachwalteten erklären. Wie erkläre ich Kastrationskosten für so viele Katzen? Der Bauer hat das sein Leben lang nie gemacht. "Für Frau R. ein Albtraum: "Dann müssten noch mehr Katzen auf diesem Hof leiden." - Urteil: Freispruch. Es sei evident, dass die Angeklagte "den Katzen helfen wollte", begründete die Richterin das Urteil. Sie habe keinen Bereicherungsvorsatz erkennen können. Zum Vorwurf der gefährlichen Drohung sei Aussage gegen Aussage gestanden.











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