Mit "Wege ins Freie" lockt der Alpenverein Skitourengeher, Bergfexe sowie Wanderer in die Natur. Doch in Kärnten wird die berühmte "Wegefreiheit" immer öfter eingeschränkt. Aktuell versucht man, mit einer "Wildschutzzone" Eiskletterer aus dem Mallnitzer Seebachtal zu verjagen.
Fragwürdige Methoden, Behördenwillkür: Beim Alpenverein gehen die Wogen hoch, nachdem ein Grundeigentümer und Eigenjagdbesitzer im Mallnitzer Seebachtal eine Wildschutzzone beantragt und von der Bezirkshauptmannschaft Spittal auch bewilligt bekommen hat. "Dabei stehen in diesem schattigen Gebiet im Winter gar keine Wildtiere", will Kärntens Alpenvereins-Boss Joachim Gfreiner wissen, der selbst ein Jäger ist. "Damit will man nur die Eiskletterer vertreiben", so der Vorsitzende des ÖAV-Spittal, Arnold Riebenbauer.
Bezirkshauptmann Klaus Brander: "Wenn ein Grundeigentümer so einen Antrag stellt, dann müssen wir dem nachgehen." Kritik übt der Alpenverein, weil "die Öffentlichkeit keine Parteienstellung hat". Parteienstellung hätte hingegen der Nationalpark Hohe Tauern gehabt. "Aber diese wurde umgangen", berichtet Nationalpark-Direktor Peter Rupitsch: "Wir werden deshalb den ausgestellten Bescheid beeinspruchen." Rupitsch, aber auch Brandner plädieren generell für eine gesamtheitliche Lösung. "Wir werden ein Freiraumnutzungskonzept ausarbeiten, denn Fakt ist, dass immer mehr Nutzer die Natur und damit auch den Lebensraum des Wildes für sich beanspruchen." Neben der Forstwirtschaft fordert so auch der Alpenverein mehr Abschüsse beim Rotwild.
Ums Gamswild geht’s hingegen im Maltatal, wo ebenfalls ein Großgrundbesitzer eine Wildschutzzone bei der Behörde beantragt hat. BH-Chef Klaus Brandner: "Der Fall wird gerade überprüft." Dennoch sorge er bereits bei Bürgermeister Klaus Rüscher für Aufregung: "Geht das durch, verlieren wir Gäste. Für mich ist das ein Missbrauch des Jagdgesetzes, wenn der Wildschutz vorgeschoben wird, um Erholungssuchende einfach auszugrenzen."












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