Als Bezirkshauptstadt ist der Bürgermeisterposten der Stadtgemeinde Landeck mit besonderem Prestige für die Parteien verbunden. Von 1998 bis 2013 stellte die SPÖ den Bürgermeister in der ansonsten von der Volkspartei regierten Stadtgemeinde. Beide Parteien rechnen sich bei der aktuellen Gemeinderatswahl Chancen aus, obwohl es 2013 ein klares Ergebnis gab. Auch andernorts im Bezirk Landeck wird die Wahl spannend...
Nach dem tragischen Tod bei einem Bergunfall von Bürgermeister Engelbert Stenico vor drei Jahren mussten die Landecker einen neuen Bürgermeister wählen. Mit Wolfgang Jörg (VP) und Manfred Jenewein (SP) standen dieselben Kandidaten zur Wahl wie nun am 28. Februar. Damals konnte sich Jörg überraschend deutlich mit mehr als 58% gegen seinen Kontrahenten durchsetzen. Jenewein, der seit zwölf Jahren Finanzreferent in Landeck ist, möchte sich mit seiner Liste den ersten Platz und den Bürgermeistersessel zurückholen. Er steht für mehr Miteinander statt Nebeneinander im Gemeinderat.
"Ereignisreiche Jahre"
Bürgermeister Jörg blickt auf drei ereignisreiche Jahre zurück. Die aufgeklärte Brandserie, die Kontroversen um ein Kraftwerk an der Sanna und die schmerzhaften Verluste von Altbürgermeister Greuter und seinem Vorgänger Stenico seien Jörg besonders in Erinnerung geblieben. Er gibt sich sehr volksnah und ist optimistisch, ein weiteres Mal von den Landeckern gewählt zu werden. Jörg betont rückblickend die Wichtigkeit, auch nebenbei einen Job zu haben. Er sei dadurch nicht ganz abhängig vom Bürgermeisterposten. Im Falle einer Wiederwahl kündigt er weitere strukturelle und wirtschaftliche Verbesserungen in Landeck an.
Neben den Listen der ÖVP und der SPÖ stellen auch die FPÖ und die Grünen eine Liste in Landeck. Beide wollen sich im Vergleich zur letzten Wahl 2010 verbessern. Damals reichte es für die Freiheitlichen für 12% und für die Grünen für 5,5% der Stimmen. Einen Bürgermeisterkandidaten stellen die beiden Parteien aus strategischen Gründen am 28. Februar nicht auf.
Aktuell sorgt die Nutzung des alten Kinos für Diskussionen im Gemeinderat. Die SP möchte dort die Bücherei unterbringen, VP und FP wehren sich aber vehement.
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Das knappe Bürgermeisterduell um Schönwies geht in die zweite Runde
In Schönwies kam es bei der Gemeinderatswahl 2010 zur engsten Entscheidung ganz Tirols. Die Bürgermeisterliste von Wilfried Fink (SP) bekam genau eine Stimme mehr als die Liste "Für Schönwies" mit Ingrid Zadra. Auch die Bürgermeisterwahl zwischen Fink und Zadra fiel mit 39 Stimmen Vorsprung für Fink äußerst knapp aus. Dasselbe Duell wiederholt sich am 28. Februar. Zadra möchte den Bürgermeister Fink, der seit 2004 die Geschicke in Schönwies lenkt, endgültig vom Thron stoßen. In der laufenden Legislaturperiode führten Budgetverhandlungen und die Errichtung einer Wohnanlage zu Kontroversen unter den Listen in der Oberländer Gemeinde.
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FPÖ und Grüne kaum präsent in Landecker Gemeinderäten
Die Hochburgen der FPÖ und der Grünen liegen rund um Innsbruck und im Unterland. Im Bezirk Landeck kann die FPÖ in drei Gemeinden gewählt werden, die Grünen nur in Landeck. Die Ziele für die FPÖ sind klar. Sie stellen momentan einen Stadt- und einen Gemeinderat in der Stadtgemeinde Landeck. Diese wollen sie behalten und neue Sitze hinzugewinnen. Besonders stolz zeigt man sich ob der Zusammensetzung der Liste, die aus drei Männern und drei Frauen besteht. Auch in Zams und Grins sitzt je ein FPÖ-Vertreter im Gemeinderat, hier stellen sich die freiheitlichen Listen wieder der Wahl. In den restlichen 27 Gemeinden sucht man vergebens nach Vertretern der FPÖ.
Noch schwächer sind die Grünen im Bezirk aufgestellt. Mit Ahmet Demir führt der einzige Gemeinderat die Landecker Liste in den Wahlkampf. Andere Listen gibt es nicht. In St. Anton und Zams habe man es versucht, es sei aber schwierig, adäquate Spitzenkandidaten zu finden.
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Nur zwei Frauen im ganzen Bezirk
Keine einzige Bürgermeisterin gibt es momentan im Bezirk Landeck. Viel mehr werden es nach der Wahl auch nicht sein. Neben Zadra in Schönwies stellt sich nur noch die derzeitige Gemeindevorsteherin Lucia Schmid in See der Wahl. Mit dem amtierenden BM Anton Mallaun hat sie aber einen übermächtigen Gegner.
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