14.07.2006 11:53 |

Umfrage

Österreicher sehen Causa BAWAG als Kriminalfall

Die Österreicher sehen im ÖGB-BAWAG-Skandal eher einen Kriminalfall als ein Politikum. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor. Jeder Dritte bekundet dabei großes Interesse an dem Thema. In der klassischen Sonntags-Frage hat im Moment die ÖVP klar die Nase vorn.

IMAS führte im Juni und Juli persönliche Interviews mit 1.013 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durch.

32 Prozent der Befragten schieben die Schuld an dem Skandal ausschließlich einem menschlichen Fehlverhalten zu und empfinden die Causa insofern in erster Linie als einen Kriminalfall. Für 19 Prozent sind die Vorgänge symptomatisch für Missstände im Lager der Sozialdemokraten und damit ein Politikum.

Geteiltes Interesse und Schuldzuweisungen
31 Prozent sind davon überzeugt, dass eine Erklärung für die Entwicklungen sowohl im menschlichen Fehlverhalten als auch bei der Partei zu suchen ist. Ein knappes Fünftel der Bevölkerung (18 Prozent) besitzt zu dem Problem keine ausgeformte Meinung. 33 Prozent der Österreicher interessieren sich sehr für das Thema, 39 Prozent nur noch beiläufig und 28 Prozent gar nicht.

Grüne in Umfrage vor FPÖ und BZÖ
Eine aktuelle IMAS-Umfrage sieht die ÖVP mit 38 bis 40 Prozent bei der Nationalratswahl derzeit klar vor der SPÖ mit 32 bis 34 Prozent. Die Grünen kämen demnach auf 12 bis 13 Prozent, die FPÖ auf 7 bis 8 und das BZÖ auf 4 bis 5 Prozent.

SPÖ-Ruf hat erst nach parteiinternen Querelen gelitten
Der Vorsprung der Volkspartei vor den Sozialdemokraten nach Bekanntwerden des ÖGB-BAWAG-Skandals hat sich, so die Beobachtungen von IMAS, zunächst etwas zögerlich entwickelt. Ein "drastisches Absinken" der SPÖ auf den nun gemessenen Wert habe sich erst im Gefolge der parteiinternen Turbulenzen um die Entsendung von ÖGB- Spitzenfunktionären in den Nationalrat vollzogen.

Montag, 14. Juni 2021
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