Zum ersten Mal haben Astronomen nach eigenen Angaben verschiedene Gase in der Atmosphäre einer sogenannten Supererde identifiziert. Die Lufthülle des fernen Planeten enthalte Wasserstoff und Helium, aber kein Wasser. Die Supererde trägt die Katalognummer "Cancri e" und ist 41 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Dies berichteten die Wissenschafter um Angelos Tsiaras vom University College London (UCL) im Fachblatt "The Astrophysical Journal". "Diese Ergebnisse liefern einen ersten Einblick in die Atmosphäre einer Supererde", betonte UCL-Professorin Giovanna Tinetti in einer Mitteilung ihrer Hochschule.
Leben auf dem Planeten ausgeschlossen
Leben ist auf dem Planeten nach unseren Maßstäben jedoch ausgeschlossen. Supererden gelten als häufigster Planetentyp in unserer Galaxie, der Milchstraße. Die jetzt untersuchte Supererde soll etwa die 2,7-fache Größe und die 6,5-fache Masse der Erde haben und umkreist die Sonne im Sternbild Krebs.
Bis zu 2000 Grad Celsius auf Planetenoberfläche
Allerdings umrundet "55 Cancri e" seinen Heimatstern so nah, dass ein Jahr dort nur 18 Stunden dauert. Auf der Planetenoberfläche wird es durch die Nähe zum Stern geschätzte 2000 Grad Celsius heiß.
Mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop gelang es dem Team jetzt, den chemischen Fingerabdruck der Atmosphärengase des Planeten zu analysieren. Neben Wasserstoff und Helium, die der Planet offensichtlich aus seiner Entstehungszeit behalten hat, fanden die Forscher dabei Spuren von Cyanwasserstoff (HCN), die allerdings durch weitere Untersuchungen noch bestätigt werden müssen.
"Kein Planet, auf dem ich gerne leben würde"
"Cyanwasserstoff oder Blausäure ist hochgiftig, also ist es vielleicht kein Planet, auf dem ich gerne leben würde", sagte UCL-Professor Jonathan Tennyson aus dem Team.
Die Supererde ist nicht der erste Planet eines anderen Sterns, bei dem die Atmosphäre analysiert wurde. Andere Forscher haben bei verschiedenen größeren Exoplaneten bereits Atmosphärenbestandteile identifiziert, darunter auch Wasser. Das "Hubble"-Teleskop hat nach UCL-Angaben bereits die Lufthüllen zweier anderer Supererden ins Visier genommen. Dabei hätten sich jedoch keine chemischen Bestandteile identifizieren lassen.













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