Voyeur am Bildschirm

Hacker spionierte Frauen nach

Kärnten
16.02.2016 17:03

Ein schmales, langhaariges Bürschchen sitzt da in Klagenfurt auf der Anklagebank. Doch das harmlose Aussehen täuscht - der 24-Jährige ist ein versierter Hacker, der sich einen Spaß daraus gemacht hat, via Facebook fremde Rechner und Handys zu hacken und vor allem junge Frauen über die Webcam auszuspionieren.

Die ganze Tragweite des Falles geht in der Verhandlung fast unter. Denn Staatsanwältin Gabriele Lutschounig lässt es bei einer trockenen Anklage wegen Computermissbrauch bewenden - dahinter stehen aber viele Opfer, die der Computernerd mit einer eigenen Spionagesoftware verfolgt hat.

Diese ermöglichte es ihm, diese Frauen sogar mittels Kamera zu beobachten - auch in intimsten Momenten, in der Badewanne, am WC, beim Ausziehen, überall dort, wo das Auge der Webcam hinreichte, und absolut unbemerkt. Nur durch einen Zufall wurde der Klagenfurter erwischt.

"Es gibt solche Programme im Internet", berichtet der erfahrene IT-Kriminalist Uwe Bichler und warnt: "Diese können auch mit einer Freundschaftsanfrage via Facebook eingeschleust werden." Genauso hatte es jedenfalls der 24-Jährige gemacht und mit "Fake-Accounts" die Rechner seiner Stalking-Opfer infiziert. Passwörter für Bankkonten hatte er übrigens ebenfalls erlangt - offenbar aber nicht verwendet. Die Lust, in das Leben Fremder einzudringen, genügte ihm wohl. Dass zusätzlich auch noch Kinderpornos auf seiner Festplatte entdeckt wurden, rundet das Bild eines verstörten jungen Mannes ab.

"Es war der größte Fehler meines Lebens", gibt der Angestellte vor Richter Dietmar Wassertheurer schnell zu. "Ich habe seit kurzem eine Freundin, eine neue Arbeit und bemühe mich um einen Neuanfang." Dieser wird ihm dank eines milden Urteils gewährt: sechs Monate bedingte Haft und 3600 Euro Geldstrafe.

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