
Über 6000 Asylwerber leben aktuell in Tirol - doppelt so viele könnten es am Jahresende sein! Doch wohin mit all den Menschen? Im Innsbrucker Stadtteil Sieglanger stellt nun etwa das Stift Wilten eine Fläche bereit. Fast 300 Flüchtlinge sollen dort in Holzbauten untergebracht werden. Die Pläne stoßen aber auf heftige Gegenwehr!
Eines vorweg - in Zeiten wie diesen ist niemand zu beneiden, der für Tausende Asylwerber Unterkünfte suchen muss. Georg Mackner von den Tiroler Sozialen Diensten kann davon ein Lied singen: "Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, es allen recht zu machen!"
"Ausgleichsmaßnahme" für Glockenhofareal
Fündig wurde man schon vor einigen Monaten im Sieglanger. Dort stellt das Stift Wilten einen Grund zur Verfügung - und zwar kostenlos. Wie berichtet, sollen darauf im Laufe des Frühjahrs Holzunterkünfte für 290 Asylwerber errichtet werden - quasi als "Ausgleichsmaßnahme" für die Reduktion der Flüchtlings-Anzahl auf dem Glockenhofareal in Wilten.
So gar keine Freude mit diesen Plänen haben zahlreiche Bewohner im Sieglanger. Mittlerweile hat sich sogar schon eine Interessengemeinschaft gebildet. Initiator und Sprecher dieser Gruppierung ist Thomas Mayer. Im "Krone"-Gespräch meint er: "Wir wollen kein weiteres Massenquartier in unserem Stadtteil. Im Schloss Mentlberg sind bereits 143 Flüchtlinge untergebracht. Mit unseren 2800 Einwohnern haben wir die vom Bund geforderte Quote mehr als nur erfüllt. Aktuell beträgt der Anteil fünf Prozent, kommen 290 Asylwerber dazu, sind wir schon bei über 15 Prozent."
Fast 1500 Unterschriften gegen Quartiers-Pläne
Kritisiert wird auch, dass über die Pläne bisher nur "sehr spärlich kommuniziert wird". "Dass Innsbruck mit Gewalt mit Massencamps zugepflastert wird, ist nicht akzeptabel. Gegen das Projekt im Sieglanger wurden bis jetzt schon knapp 1500 Unterschriften gesammelt", ergänzt Mayer, für den die Sache noch lange nicht gegessen ist: "Die geplante Unterkunft wird im Dialog mit der Bevölkerung und nicht gegen deren Willen gebaut. Dies wurde dem Siedlerverein sowohl von Landtagspräsident Herwig van Staa als auch vom Abt des Stiftes Wilten, Raimund Schreier, so mitgeteilt."
Georg Mackner dazu: "Es gibt von Seiten des Stiftes Wilten ein klares Bekenntnis, dass das Projekt nicht in Gefahr ist. Wir sind bemüht, den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen. Am 29. Februar findet dazu eine Info-Veranstaltung statt."












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