11.07.2006 16:54 |

Kirchen-Kunstschatz

Wertvoller Altar ist in Graz wieder aufgetaucht

Ein lange verloren geglaubter Altar ist im Depot der Alten Galerie in Graz wieder aufgetaucht: Es handelt sich um den Schönberger Ulrichsaltar, dessen Einzelteile sich alle im Besitz des Landesmuseums Joanneum befanden und nun wieder zugeordnet werden konnten. Nun wird das wertvolle Stück aus dem späten 15. Jahrhundert restauriert, damit der Altar wieder in seinem alten Glanz erstrahlen kann.

Bei der Übersiedlung der Alten Galerie nach Schloss Eggenberg tauchte der Altarschrein auf. "Er war ohne die Flügel lange Zeit als nicht so wertvoll erachtet worden", erklärte Ulrich Becker, Leiter der Alten Galerie. Auf den ersten Blick war der wahre Wert des Schreins kaum zu erkennen, da der gesamte Figurenschmuck fehlte.

Stattdessen hatte ein anonymer Maler 1713 das Innere des Schreins mit einer Darstellung des betenden Heiligen Karl Borromäus gefüllt. Die Rückseite wiederum wies eine komplett erhaltene Rankenmalerei auf. Weder diese noch die vorne spitz zulaufende Kastenform des Schreins hatte aber etwas mit barocken Gepflogenheiten zu tun.

Restaurierung geplant
Der Altar ist nun nicht nur aus dem Vergessen aufgetaucht, sondern definitiv zugeordnet, womit ein originales Zeugnis spätgotischen Kunstschaffens für die Forschung wieder gewonnen werden konnte. Für das Fehlen der Skulpturen entschädigt die recht gut erhaltene Farbfassung des Rahmenprofils und der Rückseite. Eine in Zukunft geplante Restaurierung wird einen Teil des originalen Glanzes wieder zur Geltung kommen lassen.

Mittwoch, 12. Mai 2021
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