Mo, 20. Mai 2019
31.01.2016 11:24

200 Jahre danach

Sogar die Festung gehört Wien

Eigentlich gibt es wenig zu feiern, im Jubiläums-Jahr 2016, 200 Jahre nachdem Salzburg zu Österreich kam: Unzählige Kulturgüter wurden geraubt oder verschleppt, wie etwa die astronomische Uhr aus der Residenz, die noch heute das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten ziert.

Doch auch die Festung gehört nach wie vor dem Bund, das Land darf nur für die Erhaltung zahlen: 850.000 Euro waren es 2015, heuer fallen 1,8 Millionen an. Selbst das Landesschulratsgebäude am Mozartplatz gehört noch dem Bund. 2016 und 2017 muss das Land dem Bund dafür jeweils 850.000 Euro an Miete und Instandhaltung hinblättern.

Rückgabe einiger Kulturgüter angedacht
Pferdeschwemme und Residenzbrunnen sind weitere Bundes-Immobilien, die sich Wien gekrallt hat. Und selbst der idyllische Fuschlsee und der Salzburger Anteil des Wolfgangsees gehören den Bundesforsten. "Die Festung Hohensalzburg ist Gegenstand der Vermögensauseinandersetzung mit dem Bund", bestätigte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl in einer Anfrage-Beantwortung: "Es ist daran gedacht, dass es im heurigen Jubiläumsjahr zu einer Rückgabe bestimmter Kulturgüter und Denkmäler an Salzburg kommt."

Das sei schon aus einem Grund dringend nötig, so Landtagsabgeordneter Helmut Naderer: "2008 haben die Bundesforste große Flächen im Tennengebirge an Kaindl verkauft. Doch ich sehe die Bundesforste hier in der Rolle eines Treuhänders, der nichts verkaufen dürfte." Selbst der OGH hat den Verkauf der 800 Hektar aber abgesegnet: "Weil er von Privat an Privat erfolgte." Naderer: "Das ist eine gefährliche Entwicklung, da droht über die Hintertüre ein Ausverkauf Salzburgs an Private."

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