06.07.2006 11:50 |

Mangelware

Rotem Kreuz fehlen 2.000 Zivildiener

Den Trägerorganisationen dürften spätestens ab 2007 jährlich mindestens 2.000 Zivildiener fehlen, warnt der stellvertretende Generalsekretär vom Roten Kreuz, Werner Kerschbaum. Derzeit habe man pro Jahr zwischen 10.000 und 11.000 Zivildiener, durch die Verkürzung von zwölf auf neun Monate würden mittelfristig mehr als 2.000 Zivildiener abgehen, so Kerschbaum.

"Beim Roten Kreuz sind derzeit rund 4.000 Zivildiener tätig. Wenn ich den worst case nehme und sage, die 4.000 gibt es nicht mehr, fällt entweder diese Dienstleistung - die sind großteils im Krankentransport tätig - weg, oder die Länder müssen das fehlende Personal anstellen."

Das würde aber teuer. Man müsse bedenken, dass eine Alternative zum Zivildienst jährlich mindestens 300 Millionen Euro Mehrkosten ausmachen würde. "Das wäre eine Verteuerung des Sozialsystems. Natürlich geht es da auch um den Nebenschauplatz stiller Finanzausgleich. Das Innenministerium trägt die Kosten für die Zivildiener und die Früchte ernten großteils die Länder."

"Attraktion des Zivildienstes" muss gesteigert werden
Den Trägerorganisationen und ihm als Vertreter des Roten Kreuzes gehe es aber um die Sicherstellung der Versorgung hilfsbedürftiger Menschen und nicht um politische Auseinandersetzungen: "Wie schaffen wir es, dass sich in einer Gesellschaft genügend Zivildiener für dieses soziale Engagement interessieren?" Derzeit habe man ein Potenzial von 35.000 jungen Leuten im Jahr, von denen rund 25.000 zum Heer und 10.000 zum Zivildienst gehen. Also gehe es darum, die "Attraktion des Zivildienstes zu steigern".

Anrechnung der Zivildienstzeit auf Praktika
Kerschbaum kann sich vorstellen, dass das Innenministerium eine "Werbekampagne für Zivis startet. Natürlich koste das auch Geld, "aber es muss ja nicht alles gleich zu großen finanziellen Eskapaden führen". Außerdem könnte die Zivildienstzeit auf Praktika angerechnet werden.

Montag, 17. Mai 2021
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