27.01.2016 11:47 |

Ausgedehntes System

Bislang größtes Sonnensystem im All entdeckt

Englische Astronomen haben laut eigenen Angaben das bis dato ausgedehnteste Sonnensystem entdeckt. Gefunden haben sie es im Rahmen der Untersuchung eines Planeten, von dem man angenommen hatte, dass er einsam durchs Weltall düst. Dabei zeigte sich, dass der Exoplanet in einer Entfernung, die der 7000-fachen Distanz Erde - Sonne entspricht, eigentlich um einen einen sogenannten Roten Zwerg kreist.

Ein Team um Niall Deacon von der University of Hertfordshire hatte den Planeten mit der Katalognummer 2MSS J2126 näher unter die Lupe genommen und dabei zu seiner Überraschung festgestellt, dass der vor acht Jahren entdeckte Planet doch einen Mutterstern (Katalognummer: TYC 9486-927-1) besitzt. Die gewaltige Entfernung zwischen beiden Himmelskörpern - sie beträgt rund eine Billion (sprich: 1000 Milliarden) Kilometer - habe bislang verhindert, dass man erkannt habe, dass der Planet Teil eines Sonnensystems ist, berichten die Wissenschaftler in den "Monthly Notices of The Royal Astronomical Society".

Der Abstand von 2MSS J2126 zu seinem Zentralgestirn ist den Angaben der Forscher zufolge dreimal größer als die bislang größte bekannte Distanz eines Planeten zu seinem Stern. Der Gasgigant, der Berechnungen zufolge in etwa die 12- bis 15-fache Masse des Jupiters haben dürfte, benötigt auf Grund der immensen Entfernung für einen Umlauf um seinen Mutterstern TYC 9486-927-1 rund 900.000 Erdenjahr. "Wir waren ziemlich überrascht, ein Objekt so weit von seinem Mutterstern entfernt zu finden", sagt Simon Murphy von der Australian National University.

Exoplanet 2MSS J2126 und sein Zentralgestirn TYC 9486-927-1 sind rund 100 Millionen Lichtjahre von unserer Sonne entfernt. Anhand der Leuchtkraft des Roten Zwergs errechneten die Wissenschaftler der University of Hertfordshire, dass er sich vor 10 bis 45 Millionen geformt hat.

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