75 % Einbußen

Erdbeeren-Ernte endete ¿elend¿

„Wir hatten noch nie so ein schlechtes Erdbeer-Jahr wie heuer“, sagt Wilhelm Hoffelner aus Kremsmünster. Zuerst lange Kälte und dann plötzliche Hitze. Das verkürzte die Pflück-Saison von acht Wochen auf etwa 14 Tage. Einige der 90 Erdbeer-Bauern Oberösterreichs haben deshalb bis zu 75 Prozent Ernte-Ausfälle.

Wer die Ernte-Helfer auf den insgesamt 500 Hektar Erdbeer-Feldern in ganz Oberösterreich in den vergangenen Wochen beobachtet hat, würde ein gutes Jahr für die Bauern vermuten. Irrtum. „Für gewöhnlich beginnt die Pflück-Saison um den 25. Mai und geht etwa bis zum 15. Juli. Heuer hat sich wegen der langen Kälteperiode der Beginn verzögert, und ab Mitte Juni wurde es heiß. Alle Erdbeeren wurden auf einen Schlag rot“, sagt Hoffelner, Vize-Chef der heimischen Erdbeerbauern.

70 Cent pro Kilogramm
Der momentane Überschuss an reifen, roten Früchten ließ dann noch die Preise in den Keller purzeln. Statt durchschnittlich 2,60 Euro bekamen die Bauern oft nur 70 Cent Tagespreis pro Kilo Erdbeeren. „Es gibt Tage, da weißt du nicht, ob es nicht besser wäre, wenn die Leute daheim blieben. Wenn der Preis nicht passt, zahlst´ drauf“, so Hoffelner. Jetzt ist die heurige Saison schon so gut wie vorbei, nur auf einigen Feldern lohnt es sich noch, die Erntehelfer durchzuschicken.

Ein durchschnittlicher Pflücker - meist sind es Saisonarbeiter aus Ostländern - schafft fünf Kilo Erdbeeren pro Stunde. „Und kassiert etwa 1200 Euro brutto im Monat“, weiß der Erdbeer-Bauernvertreter.

„Heuer beglückwünsche ich jeden Kollegen, der nicht drauflegen muss“, hofft er schon aufs nächste Jahr. Und auf ein nicht zu heißes oder zu kaltes Wetter - denn die Erdbeere fühlt sich dann am wohlsten, wenn das Wetter auch den Menschen zusagt.

 

 

Foto: Peter Tomschi

Freitag, 07. Mai 2021
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