25.01.2016 19:19 |

380-kV-Einspruch

"Weil die Freileitung ein Steinzeit-Relikt ist!"

"Es war von Anfang an ein abgekartetes Spiel", so Thodor Seebacher, Präsident der Interessengemeinschaft Erdkabel: "Die UVP-Verhandlung im Juni 2013 glich über weite Strecken einer Aufführung der Löwinger-Bühne, die Sorgen der Bürger wurden nie ernst genommen, alle arbeiteten der APG in die Hände."

Über den Wiener Rechtsanwalt für Umweltfragen Dr. Wolfgang List hat die IG Erdkabel nun offiziell Einspruch gegen den Genehmigungs-Bescheid des Landes für die 380-kV-Freileitung erhoben.

Er listet Gutachter-Fehler, irreführende Messangaben der magnetischen Flussdichte und rechtliche Probleme auf:
-) So wurde das Erdkabel "rechtsirrig nicht als Stand der Technik eingestuft".
-) Die Abwägung zwischen öffentlichem Interesse zur Energieversorgung, dem Naturschutz und dem persönlichen Eigentum war mangelhaft.
-) Die Nichtanwendung des Salzburger Landeselektrizitätsgesetzes sei rechtswidrig.
-) Geologische Untersuchungen und das humanmedizinische Gutachten seien fehlerhaft.
-) Besonders die zulässige Minimal-Entfernungen zu Wohnhäusern (62 Meter) führten zu massiven gesundheitlichen Auswirkungen.

"Leitung dient nur Atomstromhandel"
"Österreich würde durch eine Freileitung zum technologischen Schlusslicht in Europa", so IG-Erdkabel-Vize Franz Köck: "Nicht nur in Dänemark, auch in Bayern und Niedersachsen geht man den Weg: Droht Streit mit Anrainern, muss das Kabel unter die Erde. So kann man rasch bauen. Eine Freileitung ist ein Relikt aus der technischen Steinzeit. Die 380er-Leitung dient ohnehin nur dem Atomstromhandel, sie ist nicht im öffentlichen Interesse."

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