Mi, 22. Mai 2019
21.01.2016 11:20

Betrug per Botnet

Wie in der Online-Werbung Milliarden versickern

Reklame im Netz wird immer beliebter, weltweit werden von der Werbewirtschaft jedes Jahr Milliarden für Online-Werbung ausgegeben. Allerdings versickert ein Teil dieser Milliarden auf den Konten trickreicher Betrüger, die Werbetreibende mit künstlich generierten Klicks um ihr Geld bringen. Eine Schätzung aus den USA beziffert den Schaden mit 7,2 Milliarden Dollar.

Der Trick, den die Betrüger verwenden, nutzt die Funktionsweise von Online-Werbung aus. Reklame im Netz wird üblicherweise nach der Zahl der Einblendungen bezahlt. Je öfter eine Seite aufgerufen wird und Werbung zeigt, umso mehr verdient sie mit der Werbung. Meist werden dabei Fixpreise für tausend Einblendungen vereinbart, die dann an die Website-Betreiber ausgeschüttet werden. Das Problem: Die Klickzahlen lassen sich leicht fälschen.

Gekaperte PCs geben sich als Menschen aus
Konkret nutzen Betrüger Netzwerke gekaperter Computer auf der ganzen Welt, sogenannte Botnets, um ohne das Wissen der Besitzer dieser Rechner immer wieder im Hintergrund Reklame aufzurufen und die Klickzahlen in die Höhe zu treiben. Für die Werbetreibenden ist es schwer, zwischen Klicks echter Menschen und von Maschinen generierten Klicks zu unterscheiden. Sie zahlen also oft, ohne dass die Reklame je ein Mensch gesehen hätte.

Die Werbebetrüger gehen dabei raffiniert vor. Sie maskieren ihre Klick-Bots, indem diese die am gekaperten Rechner installierten Cookies nutzen, um vorzugaukeln, sie seien tatsächlich der Mensch, der den Computer besitzt. Sie geben das genutzte Gerät mitunter auch als ein anderes aus - etwa einen PC als Smartphone. Und sie konzentrieren sich auf Websites, bei denen besonders hohe Preise pro tausend Werbeeinblendungen erzielt werden.

Bot-Anteil von Websites unterschiedlich
Der Anteil der maschinellen Werbeaufrufe ist von Website zu Website unterschiedlich, die Umfrage des US-Werbeverbands geht aber für das Jahr 2015 von einem Bot-Anteil bei den Werbeaufrufen von drei bis 37 Prozent aus - je nach Website. Schon 2015 dürften so 6,3 Milliarden Dollar auf den Konten der Werbebetrüger versickert sein. Heuer soll es noch mehr werden - primär, weil Werbung im Internet immer wichtiger wird und schlicht jedes Jahr mehr Geld dafür ausgegeben wird.

Wehren können sich die Werbetreibenden gegen das Versickern ihrer Reklamegelder kaum. Einerseits, weil die Betrüger so gefinkelt vorgehen, andererseits, weil laufend neue Botnetze entstehen, auf die sie sich erst einstellen müssen. Wie "Heise" berichtet, dauert es nämlich üblicherweise eine ganze Weile, bis ein Botnetz entdeckt wird und klar wird, dass es für Werbebetrug genutzt wird. Dieses Zeitfenster können die Betrüger nutzen, um ihre Taschen zu füllen.

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