Sa, 18. August 2018

Keine Flüchtlinge:

20.01.2016 17:18

"Können niemand aufnehmen"

5174 Flüchtlinge sind derzeit in Kärnten untergebracht - knapp 98 Prozent der vorgeschriebenen Quote. Jedoch haben 65 Gemeinden - also fast die Hälfte - noch gar keinen Asylwerber aufgenommen. Die Bürgermeister wehren sich aber gegen Vorwürfe aus dem Land. Denn vielfach soll es an der Infrastruktur scheitern.

Der Ton zwischen Land und Gemeinden wird rauer. "Das tägliche Scheitern des Asyl-Landeshauptmannes beweist, dass Grenzen erforderlich sind", kritisiert Ferdinand Hueter, Bürgermeister von Berg im Drautal.

Die Antwort folgt prompt. "Hueter soll vor der eigenen Tür kehren, denn bis jetzt hat er alles unternommen, um ein Quartier zu verhindern - es wäre das erste in seiner Gemeinde", so Andreas Schäfermeier, Sprecher von LH Peter Kaiser. "Generell wäre es wichtig, wenn Gemeinden, die keine Flüchtlinge haben, sich solidarisch gegenüber anderen Gemeinden zeigen, und Quartiere ermöglichen."

Doch das scheint aussichtslos. "Wir haben keine Gebäude, die dem Ministerium gehören, und haben selbst eine große Raumnot", sagt etwa Franz Ragger von Maria Rain. "Ich kann ja keinen zwingen, dass er jemand privat aufnimmt!"

Ähnlich ist die Lage in St. Georgen im Lavanttal. "Unsere 140 Wohnungen sind voll. Wir müssen Wohnungen für unsere jungen Familien bauen", so Bürgermeister Karl Markut. Die Gemeinde habe aber eine Notschlafstelle für 25 Personen beim Sportplatz vorbereitet.

Scharfe Kritik gibt es vom Bad Kleinkirchheimer Bürgermeister Matthias Krenn: "Wir haben dem Land leere Wohnungen angeboten, aber keine davon vor gut genug. Wir haben dafür Auflagen über 50 Seiten bekommen." Nun will die Gemeinde die Wohnungen an Einheimische vergeben.

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