Di, 21. Mai 2019
11.01.2016 12:15

Resistente Bakterien

Forscher weisen neue Superkeime in Europa nach

Eine alarmierende Entdeckung haben deutsche Forscher gemacht: Sie konnten Erreger nachweisen, die gegen das Antibiotikum Colistin, das bislang als quasi letzte Reserve gegen multiresistente Bakterien eingesetzt wird, resistent sind. Beonders brisant: Das entdeckte Resistenzgen kann zwischen Bakterienstämmen übertragen werden und sich so leicht verbreiten.

Bisher galt das Antibiotikum Colistin als eines der wenigen wirksamen Mittel bei hartnäckigen Infektionen mit resistenten Darmkeimen, doch nun hat man - sowohl bei Geflügel als auch beim Menschen - Erreger mit einem Resistenzgen namens MCR-1 gefunden. Laut Angaben der Universität Giessen hat man MCR-1 in Europa erstmals 2012 in Dänemark und Großbritannien entdeckt.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass sich das Resistenzgen MCR-1 als Folge des starken Einsatzes von Antibiotika in der chinesischen Tierzucht gebildet hat. Laut Experten kommt es vermutlich schon seit 2010 in Tieren vor und hatte sich mittlerweile auch auf Keime des Menschen übertragen. Deutsche Forscher fanden MCR-1 nun auch in einer menschlichen Probe aus dem Jahr 2014.

Erreger könnte Gefahr für Gesundheitswesen werden
Problematisch daran: Erreger mit MCR-1 sind offenbar nicht nur gegen Colistin resistent, sondern auch gegen die sogenannten Carbapeneme, breit wirksame Antibiotika, die in Notfällen gegen multiresistente Bakterien zum Einsatz kommen. Weil es gegen Erreger, die sowohl gegen Colistin als auch gegen Carbapeneme resistent sind, zurzeit kein wirksames Medikament gibt, könnten sie zu einer echten Gefahr für das Gesundheitswesen werden, warnen Forscher des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung und vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung.

Das MRC-1-Gen habe "Epidemie-Potenzial", schreiben die Experten schon im November in einer im Fachjournal "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichten Studie. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte bereits vor einer "Rückkehr in Vor-Antibiotika-Zeiten", in denen sich schon geringfügige Infektionen oder Schnittverletzungen als tödlich erweisen könnten.

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