Mo, 20. Mai 2019
11.01.2016 07:03

Neue Regierung steht

Katalonien will bis 2017 Abspaltung von Spanien

Nach langem Ringen hat Katalonien einen neuen Regionalpräsidenten: Das Parlament in Barcelona wählte am Sonntagabend den Bürgermeister von Girona, Carles Puigdemont, zum neuen starken Mann. Dieser verfolgt das Ziel, die wirtschaftsstärkste Region Spaniens bis Mitte 2017 in einen unabhängigen Staat zu verwandeln.

Der Weg für die Wahl von Puigdemont war frei geworden, nachdem der konservative Regionalpräsident Artur Mas mit seinem Bündnis "Junts pel Si" (Gemeinsam fürs Ja) auf seine Wiederwahl verzichtet hatte. Daraufhin willigte die linksradikale CUP ein, den neuen Kandidaten des Bündnisses - Puigdemont - zu unterstützen. Die beiden politischen Formierungen stehen für einen Kurs der Abspaltung Kataloniens mit seinen 7,5 Millionen Einwohnern von Spanien.

"Nächste Station Unabhängigkeit"
"Nächste Station Unabhängigkeit" heißt die Devise, die das Regierungsbündnis nun ausgegeben hat. Puigdemont tritt noch energischer als Vorgänger Mas für eine Abspaltung der Region von Spanien ein. Der 53-jährige Sohn eines Bäckers war in Spanien und weiten Teilen Kataloniens bisher weitgehend unbekannt. Der frühere Journalist war bei der Katalonien-Wahl im September nur an dritter Stelle auf der Wahlliste der Separatisten in Gerona gestanden. Er wurde von Mas per Fingerzeig zum Nachfolger auserkoren. Die Opposition bezeichnete das Vorgehen als undemokratisch: Puigdemont wurde neuer Regierungschef, obwohl er bei der Regionalwahl nicht als Spitzenkandidat angetreten war.

Fahrplan bis Mitte 2017 steht
Seine Regierung will nun den "Fahrplan zur Unabhängigkeit" umsetzen, auf den sich das Separatistenbündnis verständigt hatte. Danach sollen zunächst drei Gesetzesvorhaben in Gang gesetzt werden: die Ausarbeitung einer Verfassung für einen unabhängigen Staat Katalonien, der Aufbau einer eigenen Pensionsversicherung und die Schaffung einer katalanischen Steuerbehörde. Der Prozess soll bis Mitte 2017 mit einem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens abgeschlossen werden.

Madrid will Trennung nicht zulassen
Die Wahl des neuen separatistischen Premiers trifft Spanien zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy ist seit der Parlamentswahl vom 20. Dezember nur noch geschäftsführend im Amt. Wer das neue Kabinett in Madrid bilden wird, steht in den Sternen. Doch die Trennung von Katalonien will man in der Hauptstadt auf jeden Fall verhindern.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
341.000 Euro am Konto
Flossen Parteispenden über FPÖ-nahen Verein?
Österreich
Das Boateng-Drama
Die Einsamkeit des vergessenen Bayern-Stars
Fußball International
Bewunderer von Zidane
PSG-Superstar Mbappe denkt über einen Wechsel nach
Fußball International
Anwalt sieht „Skandal“
Ärzte stoppen Ernährung von Komapatient
Welt
Heißes Gerücht
Ex-Rapid-Sportchef Bickel: Ab zu Hannover 96?
Fußball International
Nach Wechsel-Gerüchten
Toni Kroos verlängert bei Real Madrid
Fußball International
Neuwahlen auch in OÖ?
Linzer SP-Stadtchef kündigt Arbeitsabkommen mit FP
Oberösterreich
Wirbel um Real-Star
Bale fordert 51 Mio. oder er spielt nur noch Golf
Fußball International
„ÖVP machtbesoffen“
Hofer und Kickl kämpfen um ihr Innenministerium
Österreich
Urlaub in Ljubljana
Eine Städtereiseperle unweit von Österreich
Reisen & Urlaub

Newsletter