Mo, 18. Juni 2018

Nach Freitagsgebet

25.12.2015 19:53

Erdogan inszeniert sich als edler Lebensretter

Während das türkische Militär seine Offensive gegen die Kurden auch am ersten Weihnachtstag unvermindert fortsetzte, inszeniert sich Präsident Recep Tayyip Erdogan als edler Lebensretter. Der Politiker höchstpersönlich soll auf der Heimfahrt vom Freitagsgebet einen Lebensmüden von seinem Vorhaben, von einer Brücke in die Tiefe zu springen, abgehalten haben.

Wie die Nachrichtenagentur Dogan am Freitag berichtete, soll der türkische Präsident den Mann auf der Bosporus-Brücke, die den asiatischen mit dem europäischen Teil Istanbuls verbindet, aus seiner Limousine erspäht haben. Vom Wagenfenster aus konnte ihn Erdogan angeblich aber davon überzeugen, von seinem Vorhaben Abstand zu nehmen. Die Bodyguards des Präsidenten führten den Lebensmüden danach bis zum Wagen Erdogans, wo der Mann dem Staatschef die Hand küsste. Veröffentlichte Fotos zeigen diesen Moment, worauf der Präsident aber eher geschäftig-gelangweilt wirkt. Der verhinderte Selbstmörder soll aus der östlichen Provinz Siirt stammen und familiäre Probleme haben.

Erbitterter Kampf gegen Kurdenpartei
Gnadenloser geht es hingegen in anderen Teilen der Türkei zu: Im Südosten des Landes sind ebenfalls am Freitag mindestens 205 Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) getötet worden. Am schwersten betroffen war demnach der Bezirk Cizre in der Provinz Sirnak, wo 139 Kämpfer ums Leben gekommen sein sollen. Die türkischen Streitkräfte setzen Panzer und Hubschrauber bei ihrem Kampf gegen die PKK ein, der sich vor allem auf vier Provinzen konzentriert. In mehreren Regionen wurden Ausgangssperren verhängt.

Der Einsatz hat scharfe Kritik bei Menschenrechtsgruppen ausgelöst. Die Europäische Union hat beide Seiten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert.

Aus dem Video-Archiv:Erdogan-Besuch entzweit Türken in Wien

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