Do, 19. Juli 2018

Wunder in Shenzen

23.12.2015 06:39

China: Mann 67 Stunden nach Erdrutsch gerettet

67 Stunden nach dem gigantischen Erdrutsch von einer Bauschutthalde im chinesischen Shenzen ist am Mittwoch ein Überlebender gefunden worden. Wie die Rettungskräfte mitteilten, wurde der 19-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Die Schlammlawine hatte sich nach heftigem Regen am Sonntag über ein Industriegebiet der Stadt ergossen und mehr als 30 Gebäude unter sich begraben.

Die Rettung des jungen Mannes nach einem so langen Zeitraum unter den Trümmern komme laut den Behörden einem Wunder gleich.

Toter geborgen, noch Dutzende vermisst
Am Dienstag war ein erster Toter geborgen worden, rund 80 Menschen gelten noch als vermisst. Weiterhin sind rund 3000 Helfer im Einsatz, um nach Überlebenden zu suchen. Doch die Hoffnungen schwinden: Die Behörden in Shenzhen gehen von einer Überlebenschance von maximal 72 Stunden für die Verschütteten aus.

Anrainer kritisieren Behörden heftig: Warnungen ignoriert
Von offizieller Seite gibt es weiter keine Angaben zu möglichen Verantwortlichen für die Katastrophe. Die Schuttdeponie sei "zu hoch" und "zu steil" gewesen, hieß es bisher lediglich. Trotz Zensur nimmt nun die Kritik an den Behörden zu: Anrainer beschuldigen die Lokalregierung, trotz Warnungen nichts gegen ein drohendes Unglück getan zu haben. Die staatliche Zeitung "Global Times" berichtete, die Menschen in der Region seien wegen der zuletzt bereits rund 100 Meter hohen Halde schon länger besorgt gewesen. Shenzen produziere pro Jahr 30 Millionen Kubikmeter Bauabfälle und habe kaum noch Platz, um ihn sicher zu lagern.

Ungezügelter Bauboom in Shenzen
Shenzen war ein kleiner Fischereihafen, bevor Chinas Reformer Deng Xiaoping das Gebiet an der Grenze zu Hongkong im Jahr 1980 zur Sonderwirtschaftszone erklärte. Binnen drei Jahrzehnten entwickelte sich der Ort zu einer boomenden Wirtschaftsmetropole mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, die Entwicklung verlief jedoch weitgehend ungeregelt.

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