Mo, 16. Juli 2018

Paukenschlag

16.12.2015 21:23

Tiwag: Ferdinand Eberle wirft Handtuch!

Die Tiwag kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach der verbalen Watsch’n von Noch-Vorstandschef Bruno Wallnöfer für LH Günther Platter trat gestern auch noch der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der Tiwag, Ferdinand Eberle, zurück. Als Grund nannte er den fehlenden Konsens zwischen Land und Stromversorger.

Alles begann vor ein paar Monaten mit einer gut gemeinten Idee! Der ohnehin schon günstigste Strompreis Österreichs sollte in harten Zeiten wie diesen noch weiter gesenkt werden. LH Platter verkaufte die Idee klarerweise als gute Sache.MARKUS GASSLERWas Platter damals nicht wusste, der Tiwag-Vorstand vermutlich schon: Gleichzeitig mit der Strompreissenkung werden die Netztarife seitens der Tiwag-Tochter Tinetz erhöht. Fazit: Anstatt billiger wird der Strom mit 1. Jänner nun aber teurer! Und so stand LH Platter nun da wie der sprichwörtliche begossene Pudel. Das konnte sich der Landeschef natürlich nicht gefallen lassen und ging am Montag in die Offensive. Im Gespräch mit der "Krone" rüffelte er den Tiwag-Vorstand und forderte diesen auf, diesen Murks rasch zu beheben.

Forscher Wallnöfer

Doch Bruno Wallnöfer, der sich mit Jahresende in die sichere Pension verabschiedet und sich daher kein Blatt mehr vor den Mund nehmen braucht, antwortete so forsch, wie noch nie jemand zuvor einem Landeshauptmann geantwortet hatte. Er, Platter, solle sich gefälligst nicht in das operative Geschäft einmischen! Gestern legte auch noch Aufsichtsratschef Ferdinand Eberle seine Funktion mit sofortiger Wirkung zurück. Als Grund gab er die öffentlich geführte Diskussion zwischen dem Landeshauptmann und dem Tiwag-Vorstand bezüglich der Tarifgestaltung an. "Ich habe bis zuletzt versucht, in dieser Frage einen Konsens zwischen dem Landeshauptmann und dem Vorstand herzustellen. Nach einem Gespräch am Montag hatte ich den Eindruck, dass wir einen für das Unternehmen tragfähigen Konsens gefunden hätten. Nachdem dieser Konsens derzeit nicht machbar ist, kann ich dem Unternehmen in meiner derzeitigen Funktion nicht mehr dienen", betonte Eberle gestern.

Platter sehr gelassen

LH Platter bedankte sich gestern bei Eberle für seinen Einsatz. Gelassen sieht er Wallnöfers Aussagen: "Nun beginnt in der Tiwag eine neue Ära. Mit Erich Entstrasser als zukünftigem Vorstandschef ist gewährleistet, dass unser Landesenergieversorger in besten Händen ist. Ich werde mich bereits Anfang Jänner mit ihm zum Arbeitsgespräch treffen, um die inhaltliche Ausrichtung abzustimmen."

Rasche Reaktion

Eine rasche Reaktion erfolgte dann doch noch gestern Nachmittag. Die Regierung hat die frei gewordenen Positionen nachbesetzt. Neu im Tiwag-Aufsichtsrat sind Hannelore Weck-Hannemann, Dekanin an der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik und der Unternehmer Manfred Pletzer.

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