21.06.2006 22:58 |

Mit Müh' und Not

Mexiko trotz 1:2-Schlappe im Achtelfinale

Mit der süßesten Niederlage ihrer Geschichte sind Mexikos Fußballer zum vierten Mal nacheinander ins Achtelfinale einer Weltmeisterschaft eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Ricardo La Volpe verlor am Mittwoch in Gelsenkirchen zwar ihr letztes Vorrundenspiel gegen Gruppensieger Portugal mit 1:2 (1:2), doch weil die Angolaner in Leipzig gegen den Iran nicht über ein 1:1 hinauskamen, reichte dieses Resultat zum Weiterkommen.

Mit dem dritten Sieg legten die Portugiesen vor den Augen von Fußball-Legende Eusebio den besten WM-Start seit 40 Jahren hin. Sie bestreiten ihr Achtelfinale am Sonntag in Nürnberg gegen den Zweiten der Gruppe C. Die Mexikaner spielen bereits am Samstag in Leipzig gegen den Sieger der Gruppe C den möglichen deutschen Kontrahenten für das Viertelfinale aus. Als Gegner in der K.o.-Runde kommen Argentinien oder die Niederlande in Frage.

Portugal nur mit B-Mannschaft
Maniche (6. Minute) und Simao mit einem Handelfmeter (24.) brachten die nur mit einer B-Elf angetretenen Portugiesen vor 52.000 Zuschauern in Führung. Francisco Fonseca traf für die Mexikaner (29.), bei denen Omar Bravo mit einem verschossenen Foulelfmeter die Chance zum Ausgleich vergab (57.) und Luis Perez die Gelb-Rote Karte sah (61.), weil er einen weiteren Elfmeter schinden wollte.

Hallenfußball im Schalker Stadion
Beim "Hallenfußball" unter dem geschlossenen Dach des Schalker Stadions bekamen die Fans auch vom zweiten Anzug der Portugiesen tollen Angriffsfußball zu sehen. Scolari schonte alle fünf Gelbsünder, um eine Sperre für das Achtelfinale zu vermeiden. Von den sieben WM-Spielern, die 2004 mit dem FC Porto das Champions-League-Finale gewonnen hatten, standen nur Ricardo Carvalho und Maniche in der Startelf.

Glücksgriff von Mexikos Trainer
Mexikos Trainer La Volpe verzichtete in Gerardo Torrado lediglich auf einen verwarnten Spieler, ließ nach dem 0:0 gegen Angola aber auch die enttäuschenden Offensivkräfte Zinha und Guillermo Franco draußen. Franco-Ersatz Fonseca erwies sich als Glücksgriff. Mit einem Flachschuss aus kurzer Entfernung setzte er das erste Achtungszeichen (2.). Doch Portugals Edelreservisten waren um eine passende Antwort nicht verlegen: Nach schöner Vorarbeit von Simao vollendete Maniche.

Die Führung gab den ballsicheren Portugiesen Sicherheit, obwohl Bravo bei einer akrobatischen Einlage vor dem Tor von Joao Ricardo nur um Zentimeter den Ausgleich verpasste (8.). Kapitän Rafael Marquez verschuldete mit einem Handspiel im Strafraum dann den Elfmeter. Doch die Moral der Mexikaner war ungebrochen. Bravo scheiterte zunächst noch an Ricardo und der Latte (29.). Die anschließende Ecke köpfte Fonseca aber unerreichbar ins lange Eck. Es war sein 20. Länderspieltor und der erste Gegentreffer für die Portugiesen im Turnier.

Angesichts des Zwischenstandes in Leipzig war für Mexiko alles im "Grünen Bereich", doch damit wollte sich La Volpe nicht zufrieden geben. Er setzte alles auf eine Karte, und fast wäre sein Mut belohnt worden. Doch beim von Miguel an Perez verschuldeten Foulelfmeter verlor Bravo die Nerven und drosch den Ball über die Latte.

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