21.06.2006 21:04 |

Politische Bombe

Justiz durchsucht Häuser der Ex-Bosse

Neue spektakuläre Entwicklung in den BAWAG-Ermittlungen: Die heimische Justiz hat am Mittwoch zahlreiche Hausdurchsuchungen und Kontoöffnungen durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft Wien hat diese Hausdurchsuchungen bestätigt, es handelt sich um die Ex-Bawag-Generaldirektoren Elsner und Zwettler (siehe Bild), den Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch und den EX-ÖGB-Finanzchef Weninger.

Am Mittwoch um exakt 14.30 Uhr stürmten Fahnder einer Sondereinheit die Penthäuser und Wohnungen. Diese Aktion der Justiz, die durch Aussagen des Investmentbakers Wolfgang Flöttl ausgelöst sein worden dürften, soll klären, ob es außerhalb der Bank noch Unterlagen gibt, die helfen, die BAWAG-Affäre, bei der mehr als eine Milliarde Euro verloren ging, aufzuarbeiten. In der Bank selbst ist die Dokumentation mancher Vorgänge äußerst dürftig.

Die Hausdurchsuchung soll auch einen Wiener Anwalt betreffen, bei dem die frühere BAWAG-Führung acht sensible Vorstandsprotokolle, in denen die Verluste zur Sprache kamen, hinterlegt hatte. Diese Protokolle liegen der Staatsanwaltschaft mittlerweile vor.

Über drei Milliarden Euro Gesamtschaden
Finanzminister Grasser hielt unterdessen im Nationalrat die Hoffnung aufrecht, dass die Bundeshaftung für die BAWAG nicht schlagend wird. Dies wäre nur das "worst case"-Szenario, meinte er bei seiner Antwort auf die Dringliche Anfrage des freiheitlichen Klubs. Gleichzeitig garantierte Grasser, dass auch das Vermögen der Teilgewerkschaften zur Tilgung der Verbindlichkeiten herangezogen würde. Den Gesamtschaden aus den BAWAG-Geschäften bezifferte er mit "aller Wahrscheinlichkeit nach über drei Milliarden Euro".

Donnerstag, 17. Juni 2021
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