Sa, 18. August 2018

Volksanwaltschaft

09.12.2015 17:13

Vernichtende Kritik an Leobner Asyl-Halle

"Gravierende Missstände", "massive ethnische Konfliktpotenziale", "Alkoholprobleme": Die Volksanwaltschaft fällt ein vernichtendes Urteil über das Flüchtlings-Großquartier in Leoben. Die Lokalpolitiker fühlen sich in ihrer Kritik bestätigt. Weiter Aufregung gibt es auch um eine mögliche Unterkunft in Leibnitz.

Unangekündigt besuchte eine Expertenkommission in der Vorwoche den ehemaligen Baumarkt in Leoben-Lerchenfeld, wo 300 minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind und es vor einigen Tagen zu einer wilden Massenschlägerei kam. Ihr Fazit: Die Halle sei völlig ungeeignet, die Kälte groß, der Lärmpegel in der Nacht unerträglich.

"Wenn traumatisierte Jugendliche ohne Tagesstruktur, Betreuung und Beschäftigung auf engstem Raum sich selbst überlassen sind, sind gefährlich eskalierende Situationen geradezu vorprogrammiert", meint Volksanwalt Günther Kräuter, der sich eine "massive Personalaufstockung" wünscht.

Asylquartiere werden Thema fürs Parlament
SP-Bürgermeister Kurt Wallner sieht sich in seiner Kritik "mehr als bestätigt". Er fordert eine drastische Reduktion der Flüchtlingszahl - auch in einem Brief an SP-Bundeskanzler Werner Faymann. Die bisherigen Schreiben an VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner brachten keinen Erfolg.

Da diese auch nicht zu einem Besuch in Leoben bereit sei, stellte die SP-Nationalratsabgeordnete Andrea Gessl-Ranftl eine umfangreiche parlamentarische Anfrage an die Ministerin. Sie will unter anderem wissen, ob es einen Krisenplan bei Ausschreitungen in großen Flüchtlingsquartieren gibt.

Aufregung auch in Leibnitz
Auch die angedachte Unterbringung von 200 Flüchtlingen im ehemaligen Hotel-Restaurant "Hasenwirt" in Seggauberg wird das Parlament beschäftigen - das kündigten am Mittwoch die Freiheitlichen an. "Dieses Großquartier wäre eine nicht zu verkraftende Belastung für die Stadtgemeinde Leibnitz", meint FP-Klubobmann Mario Kunasek.

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