Do, 21. Juni 2018

"Es war ein Notfall"

05.12.2015 10:41

Einbruch in Apotheken: Gauner kamen als Skelette

Die Halloween-Nacht und den kindlichen Marsch von Haus zu Haus nutzen immer mehr aus, um krumme Dinge zu drehen. So auch zwei junge Männer, die als Skelette verkleidet in zwei Unterländer Apotheken einbrachen. Die beiden wurden geschnappt. Vor Gericht sprachen sie gestern von einem "Notfall".

"Es mag absurd klingen, aber ich bin nach Innsbruck gekommen, um mir Museen und die Architektur anzuschauen. Mir gefällt Tirol", schwärmte ein Student (26) aus Italien, der gestern gemeinsam mit einem in Umbrien lebenden Rumänen (21) am Innsbrucker Landesgericht auf der Anklagebank Platz nehmen musste.

Junge Männer wollten angeblich auf Halloween-Party

Doch aus den "Touristen" wurden plötzlich Gauner. Sie stibitzten auf einer Baustelle einen Vorschlaghammer, maskierten sich mit Halloween-Kostümen und schlugen in zwei Apotheken in Mils und Kolsass die Eingangsscheiben ein. Dabei erbeuteten die beiden insgesamt knapp 400 Euro und richteten einen Schaden von rund 7000 Euro an. "Es war ein Notfall. Ich habe meine Geldtasche mit allen Dokumenten verloren. Der Tank war halb leer, ich hatte nichts zu essen, war verkühlt und konnte mich nicht verständigen", erzählte der 21-Jährige, der in Innsbruck einen Bekannten aus Rumänien treffen wollte, mit dem er zwar aufgewachsen ist, von dem er aber nur den Nachnamen kennt. Ich erhoffte mir von ihm Arbeit, aber ich konnte ihn nicht mehr erreichen", sagte der Rumäne, der dem Gericht auch weis machen wollte, dass die Skelette lediglich für eine Halloween-Party gedacht waren.

Für die Staatsanwältin waren dies reine "Märchen": "Sie waren todkrank und haben an nichts anderes gedacht als sich für Halloween zu verkleiden. Das glauben Sie wohl selbst nicht."

War es gewerbsmäßiger Diebstahl?

Weil die Polizei im Wagen - der übrigens der Mutter des Italieners gehört - mit Schlüsselrohlingen für die Staatsanwaltschaft eindeutige Einbruchswerkzeuge sicherstellte, wurde den beiden Vorbestraften gewerbsmäßiger Diebstahl vorgeworfen. "Ich habe diese vor einem Jahr gekauft. Ich leihe mir öfters den Moped-Helm meiner Tante aus. Doch das Schloss, in dem sich der Helm befindet, klemmt. Und damit kann ich es öffnen", erklärte der 26-Jährige. Die Tante soll dies nun bezeugen. Vertagt!

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